Lienz/Spittal an der Drau – Nach tagelangen heftigen Regen- und Schneefällen ist in Österreich ein 80-Jähriger tödlich verunglückt. Der Mann wurde von einem Erdrutsch verschüttet und konnte nur noch tot geborgen werden, wie die Polizei mitteilte. Ein Suchhund habe ihn entdeckt. Sein Haus in Bad Kleinkirchheim in Kärnten war von dem schweren Geröll zu großen Teilen zerstört worden. „Er wurde von den Erdmassen begraben“, sagte Bürgermeister Matthias Krenn nach einer Suchaktion.
Die Sorge vor weiteren folgenschweren Erdrutschen und auch vor Hochwasser bestimmte am Montag in allen von den Unwettern betroffenen Regionen Österreichs die Situation. Aus fast allen Gemeinden im Bezirk Spittal an der Drau (Kärnten) wurden Murenabgänge gemeldet, wie die „Kleine Zeitung“ berichtete. Im Bezirk St. Veit nördlich von Klagenfurt hatten viele Orte mit Hochwasser zu kämpfen, weil die Gurk über die Ufer trat. Zahlreiche Straßen blieben aus Sicherheitsgründen gesperrt. Betroffen war davon auch die Tauernautobahn (A10) zwischen Spittal und Villach sowie zahlreiche Bahnstrecken.
Die Einsatzkräfte versuchten sich am Montagvormittag mit Erkundungsflügen einen genaueren Überblick über die Lage zu machen. Dabei wurden vor allem kritische Hanglagen beobachtet. Vielerorts war der Boden durch die großen Niederschlagsmengen sehr aufgeweicht. In Teilen Österreichs hat es im laufenden Monat bereits viermal so viel geregnet und geschneit wie sonst in einem gesamten November. Das gelte etwa für den Bezirk Spittal an der Drau in Kärnten, sagte Thomas Wostal von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Das Problem sei, dass sich derzeit warme Luft aus dem Süden und kältere Luft aus dem Norden über dem Mittelmeer vermische und so Tiefdruckgebiete entstünden. „Die Alpen stehen dann da wie eine Staumauer, man spricht dann auch vom Südstau“, erklärte Wostal.
Statistisch betrachtet seien etwa im Raum Lienz in Osttirol die Niederschläge innerhalb von drei Tagen zuletzt so hoch gewesen wie sonst nur alle 40 bis 50 Jahre. Die heftigen Schnee- und Regenfälle hatten bereits am vergangenen Mittwoch begonnen. Besonders betroffen waren seitdem stets Osttirol, Teile Kärntens, das südliche Salzburger Land und auch das italienische Südtirol. Der am Sonntag durch eine Lawine abgeschnittene Ort Martell im Westen Südtirols war am Montag wieder erreichbar. 40 bis 50 höher gelegene Häuser mit 200 bis 250 Bewohnern waren laut dem Bürgermeister aber weiter eingeschlossen. Auch im Tiroler Stubaital saßen am Montagvormittag weiter rund 250 Gäste und Mitarbeiter der Gletscherbahnen fest. Nach einem Lawinenabgang nahe der Straße in der Nähe der Talstation musste eine Straße am Sonntag gesperrt werden.