Coronavirus: Chinas Führung räumt „Unzulänglichkeiten“ ein

von Redaktion

Peking – Chinas Führung hat „Unzulänglichkeiten und Defizite“ in der Reaktion auf den Ausbruch der neuartigen Lungenkrankheit eingeräumt. Nach einem Treffen unter Vorsitz von Staats- und Parteichef Xi Jinping ließ das Politbüro mitteilen: „Wir müssen die Erfahrungen zusammenfassen und Lehren daraus ziehen.“ Das nationale Krisenmanagement müsse verbessert werden. Das Gesundheitssystem solle auf den Prüfstand kommen, „Mängel“ müssten beseitigt werden.

Wie die chinesische Gesundheitsbehörde mitteilte, gab es bis Dienstag 20 438 bestätigte Erkrankungen – 3225 neue Fälle im Vergleich zum Vortag. Die Zahl der Todesopfer stieg um 64 auf 425. Es war erneut der stärkste Anstieg der Infektionen und der Todesfälle innerhalb eines Tages. In Hongkong gab es den zweiten Toten außerhalb Festland-Chinas. Die Sterblichkeitsrate der Lungenkrankheit liegt im Schnitt bei 2,1 Prozent. Den zwölf Coronavirus-Patienten in Deutschland geht es weiterhin gut.

Im Hafen von Yokohama in Japan stehen 3500 Menschen an Bord eines Kreuzfahrtschiffs unter Quarantäne, darunter auch acht Deutsche. Ein 80-jähriger Mann, der das Schiff am Samstag verlassen hatte, war anschließend positiv auf den Erreger getestet worden. Mehrere Länder wie Taiwan, die USA, Australien oder Neuseeland haben Einreisebeschränkungen für Chinesen oder Ausländer erlassen, die aus China kommen. Wegen des Virus schließt das Glücksspiel-Eldorado Macao seine Kasinos für einen halben Monat. Damit verliert Macao seine wichtigste Einnahmequelle. Die Umsätze in der ehemaligen portugiesischen Enklave sind größer als in Las Vegas.

Im Kampf gegen die Lungenkrankheit forderte Xi Jinping „rasche und entschlossene“ Maßnahmen. Die Versorgung mit medizinischem Schutzmaterial müsse gesichert und die Infektions- und Sterblichkeitsrate gesenkt werden. Parteikomitees und Regierungen auf allen Ebenen wurden aufgerufen, die Epidemie unter Kontrolle zu bringen, aber auch „die Ziele der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung“ zu erreichen. Der Ausbruch sei ein „wichtiger Test für Chinas System und die Fähigkeit zur Regierungsführung“. Bei dem Treffen wurde auch eine entschlossene Umsetzung des gerade erlassenen Verbots für den Handel mit wilden Tieren gefordert.

An Berichten über Drohnen, mit denen Polizisten Passanten ohne Mundschutz verfolgen, sind Zweifel aufgekommen. Es besteht der Verdacht, dass manche Aufnahmen von einem Influencer stammen könnten. Ein Fotograf behauptete nun, er habe mit Zustimmung des Dorfkomitees ältere Leute mit seiner Drohne verfolgt.

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