Peking/Yokohama/Berlin – Nach der Ankunft von China-Rückkehrern in Berlin ist nun klar: Die 20 Deutschen sind nicht mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Die 16 Erwachsenen und 4 Kinder waren am Sonntag in Berlin-Tegel gelandet. Die Menschen, die sich in der schwer vom Coronavirus betroffenen chinesischen Stadt Wuhan aufgehalten hatten, kamen umgehend auf eine Quarantäne-Station auf dem Gelände der Kliniken des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Berlin-Köpenick. Die Tests auf das Coronavirus sollen nun zwei Wochen lang alle vier Tage wiederholt werden.
In China stieg die Zahl erfasster Infektionen und Todesfälle indessen weiter. Landesweit wurden 97 weitere Tote bestätigt. Damit starben in China inzwischen mehr als 900 Menschen an der neuartigen Lungenerkrankung.
Die Zahl der Nachweise stieg um 3062 auf 40 171 Fälle. Allein in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei, wo die Epidemie in der Stadt Wuhan ihren Anfang genommen hatte, kamen 2618 Infektionen und 91 Todesfälle hinzu. Außerhalb des chinesischen Festlands sind in mehr als zwei Dutzend Ländern mehr als 300 Infektionen bestätigt, davon 14 in Deutschland.
An Bord des unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes „Diamond Princess“ im japanischen Yokohama wurden unterdessen weitere 66 Fälle nachgewiesen. Damit erhöhte sich die Zahl der Infizierten auf mindestens 136, wie der japanische Fernsehsender NHK berichtete. Die übrigen der insgesamt 2666 Passagiere und 1045 Crewmitglieder sollen bis zum 19. Februar an Bord bleiben. Unter ihnen sind auch zehn deutsche Staatsangehörige.
In der chinesischen Sonderverwaltungsregion Hongkong durften unterdessen 3600 Passagiere und Besatzungsmitglieder nach tagelanger Quarantäne ein Kreuzfahrtschiff verlassen. Die „World Dream“ war vergangenen Mittwoch in der Hafenmetropole festgesetzt worden, nachdem bei drei früheren Passagieren das Virus nachgewiesen worden war.
Die Inkubationszeit beim neuen Coronavirus könnte Analysen zufolge in seltenen Fällen bis zu 24 Tage betragen und damit 10 Tage mehr als bisher angenommen. Im Schnitt betrage der Zeitraum zwischen Ansteckung und ersten Symptomen wohl drei Tage und damit weniger als die bisher angenommenen gut fünf Tage, ergab eine Auswertung des renommierten Experten Zhong Nanshan nach Angaben der „China Daily“ vom Montag. Der Leiter des nationalen Expertengremiums zur Eindämmung der Lungenkrankheit hatte mit seinem Team 1099 Fälle aus 552 Krankenhäusern in China untersucht. Es handelt sich allerdings um vorläufige Ergebnisse, die weiterer Bestätigung bedürfen.