Ende der Albtraumreise: Kreuzfahrt-Passagiere gehen von Bord

von Redaktion

Yokohama/Moskau/Peking – Nach zweiwöchiger Virus-Quarantäne sind am Mittwoch die ersten 443 der noch knapp 3000 auf dem Kreuzfahrtschiff in Japan verbliebenen Menschen an Land gegangen. Die Ausschiffung sollte mindestens drei Tage dauern. Zur ersten Gruppe gehörten viele ältere Passagiere, darunter Martin Lutterjohann, pensionierter Psychotherapeut aus München. Er will mit seiner japanischen Frau Sakae nun eine Woche Tokio erkunden.

Für Aufsehen sorgte unterdessen die Ankündigung Chinas, aus Protest gegen einen als beleidigend empfundenen Kommentar im „Wall Street Journal“ zum Covid-19-Ausbruch drei Korrespondenten der Zeitung auszuweisen.

Ihnen werde mit sofortiger Wirkung die Akkreditierung entzogen, teilte ein Sprecher des Außenministeriums mit. Es ist das erste Mal in der jüngeren Geschichte der Volksrepublik, dass gleich mehrere Korrespondenten einer internationalen Nachrichtenorganisation des Landes verwiesen werden. Auslöser der chinesischen Verärgerung ist ein Meinungsbeitrag vom 4. Februar mit der Überschrift: „China ist der wahre kranke Mann Asiens“. Der Außenamtssprecher beschrieb den Titel als „rassistisch“.

Russland hat aus Sorge vor einer Einschleppung des Virus eine befristete Einreisesperre für Chinesen verhängt. Betroffen seien alle geplanten Einreisen zum Arbeiten oder für touristische und Studienzwecke, heißt es in einer Verfügung von Regierungschef Michail Mischustin. Russische Medien bezeichneten den ungewöhnlichen Schritt eines „Totalverbots“ als beispiellos. Das Verbot gilt nur für chinesische Staatsbürger, nicht für andere aus China kommende Reisende.

Im Iran starben gestern zwei Menschen am Coronavirus. Bei den landesweit ersten Todesopfern handelt es sich um zwei ältere Menschen aus der Stadt Kom. In China sind inzwischen mehr als 2000 Personen an dem Virus gestorben. Die Gesundheitskommission in Peking teilte mit, die Zahl der Todesopfer sei im Vergleich zum Vortag um 136 auf nun 2004 gestiegen. Die nachgewiesenen Infektionen kletterten demnach um 1749 auf 74 185.

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