Washington – Die Kennedys werden in den USA geradezu vergöttert: Mehr Glanz und Gloria geht kaum. Doch auch mehr Tod und Tragödie nicht. Über der Familie, die mit John F. Kennedy den wohl kultigsten Präsidenten der Geschichte stellte, scheint ein Fluch zu liegen. Und der hat nun erneut zugeschlagen: Am Freitag sind die 40-jährige Maeve, Enkelin von Robert F. Kennedy und Großnichte John F. Kennedys, und ihr achtjähriger Sohn Gideon in einem Kanu gekentert und ertrunken.
Die US-Küstenwache hatte über 24 Stunden lang verzweifelt nach Mutter und Sohn gesucht – mit Helikopter, Transportflugzeug und mehreren Schiffen. Auch noch, nachdem das gekenterte Kanu gefunden worden war. Doch es gibt keine Hoffnung mehr: Die Suche wurde eingestellt. David KcKean, Maeves Mann und Vater der gemeinsamen Kinder, schreibt auf Facebook: „Es ist offensichtlich, dass Maeve und Gideon gestorben sind.“
Die Familie hatte sich auf dem Anwesen von Maeves Mutter nahe der Bucht von Chesapeake in Maryland einquartiert. In ihrem eigenen Heim in Washington D.C. war es laut David in Coronazeiten zu eng geworden, und bei der Oma konnten die Kinder besser spielen. Und ein Spielball war nun Auslöser der Tragödie: Der flog beim Kicken ins Wasser. Maeve nahm ihren Buben mit ins Kanu und paddelte auf den South River, um den Ball zurückzuholen. David zu den dramatischen Minuten: „Sie trieben immer weiter hinaus und haben die Kontrolle über das Kanu verloren.“
Eine halbe Stunde später wurden Mutter und Sohn noch von einem Augenzeugen beobachtet, „weit draußen“ in der Bucht. Doch alle eingeleiteten Rettungsversuche waren vergebens.
David McKean muss nun die verbliebenen drei Kinder alleine großziehen. Doch er will das Andenken an seine Liebsten hochhalten und bittet alle Follower im Internet auf, ihm Fotos seiner toten Liebsten zu schicken.
„Es bricht mir das Herz, zu versuchen, meinen Sohn Gideon zu beschreiben“, erinnert er sich auf Facebook. „Als er noch ganz klein war, dachte ich mir, dass er für diese Welt zu perfekt ist.“ Und über seine Frau Maeve: „Sie war alles für mich.. Maeve war einfach magisch.“
Schwarze Magie scheint hingegen der Fluch der Kennedys zu sein, die immer wieder von Tragödien heimgesucht werden. So starben bei Flugzeug-Abstürzen etwa Kathleen Kennedy im Jahr 1948 über Frankreich und John F. Kennedy jr. und seine Gattin Carolyn auf dem Weg zur Hochzeit seiner Cousine vor Martha’s Vineyard (1999).
Ein Skiunfall kostete 1997 Michael Kennedy das Leben, und die wohl berühmtesten Tragödien betraf ein Brüderpaar: 1963 wurde der damals jüngste amtierende US-Präsident John F. Kennedy im Alter von 45 Jahren in Dallas erschossen, fünf Jahre später sein „kleiner Bruder“ Robert F. in Los Angeles. Er wurde 42 Jahre alt.
Bis in die jüngste Vergangenheit reicht das Drama: So brachte sich Mary, die Exfrau von Robert F. jr. und Mutter von sechs Kindern, vor acht Jahren um. Und im vergangenen Jahr starb die Enkelin von Robert F., Saoirse, 22-jährig auf dem Kennedy-Anwesen in Massachusetts an einer Überdosis.
Matthias Bieber