Ähnliche Vorfälle in früheren Kitas

von Redaktion

Verhaftete Erzieherin: Hat sie schon seit Jahren Kinder schwer verletzt?

Mönchengladbach/Viersen – Bei den Ermittlungen gegen eine wegen Mordes an einem dreijährigen Kita-Kind verdächtigen Erzieherin in Viersen sind die Behörden auf weitere Vorfälle in allen früheren Kindergärten der 25-Jährigen gestoßen. Das sagten die Ermittler bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Mönchengladbach.

Einen ersten Übergriff könnte die Frau nach Ermittlerangaben bereits im November 2017 auf einen dreijährigen Buben verübt haben. Damals verständigte die Tatverdächtige demnach ihre Kollegen, dass mit dem Kind etwas nicht stimme.

In diesem und weiteren Fällen kamen die betroffenen Kinder mit dem Leben davon. Nach den mutmaßlichen Übergriffen waren die betroffenen Kinder allesamt nicht ansprechbar. Ersthelfer schilderten zudem, dass ihre Augen verdreht gewesen seien.

Nach Angaben der Mönchengladbacher Kripo wurde gegen die Frau zudem wegen eines Vorfalls vom Mai 2019 vorübergehend wegen Vortäuschens einer Straftat ermittelt. Damals habe die Erzieherin angegeben, dass ein Mann ihr mit einem Messer mehrere oberflächliche Verletzungen im Gesicht zugefügt habe. Eine Gerichtsmedizinerin kam jedoch zu dem Schluss, dass sich die heute 25-Jährige die Verletzungen selbst beigebracht hatte. Frühere Vorgesetzte stuften sie als ungeeignet für den Beruf ein. Der Frau wurden mangelnde Empathie und die Unfähigkeit attestiert, emotionale Bindungen zu Kindern aufzubauen.

Zum Tatzeitpunkt hielt sich die Frau nach Ermittlerangaben allein mit dem Kind in einer Notbetreuungsgruppe auf, die in der Kita wegen der Corona-Pandemie eingerichtet worden war. Das Mädchen war nach Atemstillstand, Reanimation und weiterer notärztlicher Versorgung vom Rettungsdienst aus der Kita ins Krankenhaus gebracht worden. Dort wurde klar, dass das Kind schwerste Schäden davongetragen hatte und die Ursache sich medizinisch nicht erklären ließ. Das Krankenhaus habe daher ein Gutachten angeregt. Laut den Ermittlern stellte man Einblutungen an den Augen fest, die auf eine Gewalttat hindeuteten. Das Kind starb am 4. Mai, einen Tag nach seinem Geburtstag. Das Mädchen namens Greta sei seit der Einlieferung ins Krankenhaus maschinell beatmet worden und habe schließlich den Hirntod erlitten. Die Erzieherin wurde am 19. Mai festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft – und schweigt.  afp, dpa

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