Berlin – Die Menschen in Deutschland essen dem Ernährungsreport 2020 zufolge weniger Fleisch. Während vor fünf Jahren 34 Prozent der Befragten angaben, täglich Fleisch- und Wurstprodukte zu sich zu nehmen, waren es im aktuellen Bericht 26 Prozent. Dies teilte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) bei der Vorstellung des Berichts in Berlin mit. Außerdem verändere die Corona-Pandemie die Essgewohnheiten vieler Menschen. „Lebensmittel aus der Region haben an Bedeutung gewonnen“, so Klöckner.
39 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen die Landwirtschaft nun wichtiger sei, heißt es in dem Bericht weiter. Besonders Jugendliche messen der Landwirtschaft demnach eine höhere Bedeutung bei. Coronabedingt kochten außerdem 30 Prozent häufiger zu Hause, und 28 Prozent aßen öfter gemeinsam. Auch die Nutzung von Lieferdiensten habe sich durch die Corona-Pandemie verändert, so der Report. 21 Prozent der Befragten setzen demnach stärker auf Regionalität beim Essenbestellen – orderten also bei örtlichen Restaurants, die wegen der Ausbreitung des Virus ihren Regelbetrieb hatten schließen müssen.
81 Prozent der Befragten sprachen sich zudem für ein staatliches Tierwohlkennzeichen aus. Für mehr Tierwohl wären Verbraucher demnach sogar bereit, mehr zu zahlen. „Die verbale Bereitschaft ist erfreulich, mehr für tierwohlgerechtere Produkte zu zahlen. Leider sieht es an der Ladentheke oftmals noch anders aus“, erklärte Klöckner dazu.
55 Prozent der Befragten bezeichnen sich dem Report zufolge als sogenannte Flexitarier, verzichten also zumindest zeitweise bewusst auf Fleisch. Vegetarisch und vegan ernähren sich demnach jeweils fünf sowie ein Prozent der Befragten.
Seit 2015 beleuchtet das Meinungsforschungsinstitut Forsa jährlich das Ess- und Einkaufsverhalten der Deutschen. kna