Genua – Die Bauarbeiten für die neue Brücke in Genua gehen auf die Zielgerade. Man hoffe, das neue Viadukt zwischen dem 30. Juli und den ersten Augusttagen zu eröffnen, sagte die Sprecherin der Wiederaufbau-Kommission, Erika Falone. Zuletzt war schon für Anfang Juli die Eröffnung im Gespräch.
Gestern fuhr der Vorstandsvorsitzende des Baukonzerns Webuild, Pietro Salini, mit einem Auto als einer der Ersten über die Brücke. Zuvor waren dort nur Baufahrzeuge unterwegs. Die Fahrbahnen seien noch nicht fertig, betonte Falone. Es fehlten noch Asphaltierung, Beleuchtung und Leitplanken.
Die Morandi-Autobahnbrücke war im August 2018 in der italienischen Hafenstadt eingestürzt, 43 Menschen starben. Das Unglück hatte ganz Italien bewegt, an dem Trauergottesdienst nahm die ganze Staatsspitze teil. Das neue Bauwerk hat Stararchitekt Renzo Piano, der aus Genua stammt, entworfen. Politiker und Unternehmer loben den Neubau als Symbol für Italiens Fähigkeit, große Krisen zu meistern.
Die Brücke ist ein für Italien wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Nicht nur verbindet er den Ost- und den Westteil Genuas, sondern ist ein wesentlicher Abschnitt des Transitverkehrs von Italien nach Frankreich. Bei Ermittlungen der Staatsanwaltschaft war im November 2019 bekannt geworden, dass der Mutterkonzern der Betreibergesellschaft seit 2014 von einer Einsturzgefahr gewusst habe.