Die medizinischen Gutachter der Krankenkassen haben im vergangenen Jahr jeden vierten von Patienten vermuteten Behandlungsfehler bestätigt. In jedem fünften Fall war der Fehler zum Schaden der Patienten, wie der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) in Berlin mitteilte. Die Experten fertigten 2019 rund 14 500 Gutachten an. Dabei wiesen sie etwa 3700 Mal Behandlungsfehler nach. In rund 2900 Fällen bestätigten sie, dass der Fehler den erlittenen Schaden auch verursacht hat. Die Statistik ist den Angaben zufolge nicht repräsentativ für die gesamte Gesundheitsversorgung. Der MDK geht davon aus, dass es weitaus mehr vermeidbare Schäden durch Behandlungsfehler gibt. Die Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit, Ruth Hecker, kritisierte, dass noch immer zu wenig Daten zu vermeidbaren unerwünschten Ereignissen erhoben würden. Fehlermeldesysteme sollten flächendeckend genutzt werden – selbst wenn 100 Prozent nie vermieden werden könnten. kna