Studie: Türunfälle großes Risiko für Radler und Fußgänger

von Redaktion

Münster – Auf Deutschlands Straßen lebt es sich gefährlich: Bundesweit kamen 2019 jeden Tag zwei bis drei Radfahrer oder Fußgänger im Straßenverkehr ums Leben, 60 wurden tagtäglich schwer und 260 leicht verletzt. Insgesamt verunglückten im vergangenen Jahr 117 528 Menschen, die mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs waren. Fast jeder fünfte Fall hängt einer Studie zufolge mit parkenden Autos zusammen. Für Fußgänger besteht demnach bei der Straßenüberquerung häufig ein Sichtproblem – bedingt durch die meist legal abgestellten Autos. Bei Radfahrer-Unfällen seien plötzlich aufgerissene Wagentüren häufig ein Grund für auch gravierende Unfälle, sagte der Leiter der Unfallforschung beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (EDV), Siegfried Brockmann, am Dienstag in Münster. Dieses Problem der klassischen Türunfälle sei bisher kaum erforscht und werde unterschätzt.

Die Unfallzahl sei seit sieben Jahren konstant, bei Radfahrern aber etwas ansteigend, da auch der Radverkehr zugenommen habe. Rund 18 Prozent aller Rad- oder Fußgängerunfälle stehen laut DVD im Zusammenhang mit – entweder legal oder ordnungswidrig – geparkten Fahrzeugen.

Bei der für Radfahrer häufigen Unfallursache der Türunfälle reißt der Autofahrer in den meisten Fällen unachtsam seine Fahrertür Richtung Straße auf, der Radfahrer hat dann oftmals keine Chance mehr zu bremsen, kollidiert mit der Tür und stürzt mit voller Wucht zu Boden. Folgen eines solchen Unfalls können Schürfwunden, Knochenbrüche, Prellungen und noch deutlich Schlimmeres sein. Das Problem nehme zu, weil der Radverkehr auch häufiger auf die Fahrbahn verlegt werde, sagte Brockmann. Der Sicherheitsabstand zwischen solchen Radverkehrsanlagen und den Parkstreifen müsse vergrößert werden.  dpa.

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