Alle neun Stunden ein Toter durch zu hohe Geschwindigkeit

von Redaktion

Wiesbaden – Es sind erschreckende Zahlen, die gestern veröffentlicht wurden: Alle neun Stunden ist im vergangenen Jahr ein Mensch in Deutschland bei einem Verkehrsunfall mit unangemessen hohem Tempo gestorben. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wurden im Jahr 2019 insgesamt 963 Menschen bei sogenannten Geschwindigkeitsunfällen getötet. So nennt man einen Verkehrsunfall, bei dem die Polizei mindestens einem der beteiligten Fahrer nicht angepasste Geschwindigkeit vorwirft. Zwar seien im vergangenen Jahr damit 33,2 Prozent weniger Menschen bei Geschwindigkeitsunfällen ums Leben gekommen als zehn Jahre zuvor – denn im Jahr 2010 gab es noch 1441 Tote bei Unfällen wegen unangepasster Geschwindigkeit. „Aber dennoch starb 2019 alle 9 Stunden ein Mensch bei einem Geschwindigkeitsunfall in Deutschland“, betonen die Statistiker.

Insgesamt waren 32 Prozent der Menschen, die 2019 bei einem Verkehrsunfall ums Leben kamen, in einen Geschwindigkeitsunfall verwickelt. Dabei wurden nicht nur 963 Menschen getötet, sondern auch 53 687 Menschen verletzt, 13 769 davon schwer. „Nicht angepasste Geschwindigkeit bleibt eine Hauptursache bei Unfällen mit Todesfolge“, so das Bundesamt.

Die Statistiker wiesen darauf hin, dass bei „zu schnellem Fahren“ nicht zwangsläufig die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten werde. Bei Nässe oder Nebel könne die normal zulässige Geschwindigkeit schon zu hoch sein.

Die Debatte um das Thema Geschwindigkeit auf der Straße ist zuletzt wieder aufgeflammt. So sprach sich der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck kürzlich für ein generelles Tempolimit von 130 Kilometern pro Stunde auf Autobahnen aus und kündigte dieses als eine der ersten Maßnahmen einer neuen Bundesregierung mit Grünen-Beteiligung an.  kna/dpa

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