Standorte von Problembären in Italien jetzt online einsehbar

von Redaktion

Rom/Trient – Im Trentino vermehren sich die Bären, die dort extra mit einem Schutzprogramm wieder angesiedelt worden, so gut, dass dort inzwischen etwa 90 Tiere leben dürften. Das bringt Norditalien einige tierische Probleme, denn immer häufiger treffen Wanderer auf Bären. Das kann gefährlich werden.

Besonders zwei Problembären bereiten Sorgen: Es sind die Bärin JJ4 und Bär M49. Beide Problembären sind mit Peilsendern ausgestattet. Nun gehen die Behörden neue Wege, um Treffen zwischen diesen Bären und Wanderern möglichst zu verhindern. Seit Freitag sind die Standorte der Bären online einsehbar.

Die zuständige Verwaltung der Provinz Trient hatte den digitalen Überwachungsdienst online gestellt. Zuvor hatte sich der mit einem Peilsender versehene M49 in Bewegung gesetzt und war vom Monte Marzola nach Levico gewandert. Um zu verhindern, dass sich Personen wie etwa Jäger gezielt an ihre Spuren heften können, wird das Gebiet, in dem sich die Problembären aufhalten, großräumig und zeitversetzt angezeigt.

Über beide Bären haben wir bereits berichtet: Bärin JJ4 ist Urheberin einer Attacke auf einen Vater und einen Sohn im Juni am Monte Peller. Dies bewiesen nun Speichelproben. JJ4 ist 14 Jahre alt.

Der zweite Problembär riss dutzende Nutztiere, griff aber wohl noch nie einen Menschen an. Er heißt M49 und ist ein Ausbrecherkönig – schon zweimal brach er aus. Das hat ihm den Spitznamen „Papillon“ beschert, nach dem Helden des gleichnamigen Gefangenenromans des französischen Schriftstellers Henri Charrière (1906 – 1973). Nachdem M49 zum ersten Mal aus einem Gehege ausgebrochen war und dann im April in eine Falle eines Försters tappte, wurde sein Gehege im Alpinen Tierpflegezentrum Casteller bei Trient extra gesichert: Durch fingerdicke Metallstäbe, ein Elektrozaun und eine Bärin im Nachbargehege. die ihn vom Bleiben überzeugen sollte. Diese Mühen waren vergebens, M49 türmte trotzdem. SUSANNE SASSE

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