Wiesbaden – Mehr als ein Viertel der 25-Jährigen (28 Prozent) haben im vergangenen Jahr noch im Haushalt ihrer Eltern gelebt. In den vergangenen 30 Jahren veränderte sich das Auszugsverhalten junger Menschen kaum: Im Jahr 2000 etwa lebten rund 30 Prozent der 25-Jährigen mit ihren Eltern unter einem Dach, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
Im Jahr 2019 wohnten 21 Prozent der jungen Frauen im elterlichen Haushalt. Die Söhne dagegen lassen sich mit dem Auszug etwas mehr Zeit: Im Alter von 25 Jahren lebten noch knapp 34 Prozent bei den Eltern. Dieser Unterschied zwischen den Geschlechtern bleibt auch im fortschreitenden Alter bestehen: Mit 30 Jahren wohnten 13 Prozent der Männermit im Elternhaushalt, aber nur 5 Prozent der Frauen. Mit 40 Jahren waren es noch 4 Prozent der Männer und knapp 1 Prozent der Frauen.
In den ländlichen Gebieten ist der Anteil der 20- bis 25-Jährigen deutlich höher als in den Städten: So waren es in Niedersachsen 47 Prozent, im angrenzenden Hamburg 32. Nach Angaben des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) lag das geschätzte durchschnittliche Alter beim Auszug aus dem Elternhaus in Deutschland 2019 mit 23,7 Jahren etwas niedriger als im EU-Durchschnitt (25,9).
Wegen unterschiedlicher finanzieller und kultureller Bedingungen variiert das Auszugsverhalten junger Menschen in der EU je nach Lage sehr deutlich. Vor allem in den nordeuropäischen Ländern ziehen Kinder früh von zu Hause aus. Mit 17,8 Jahren hatte Schweden das niedrigste Auszugsalter. Auch in Dänemark (21,1 Jahre) und Finnland (21,8 Jahre) verließen Kinder das Elternhaus vergleichsweise früh.
Überall in der EU – mit Ausnahme Luxemburgs – zogen Töchter früher aus als Söhne. In Deutschland betrug das durchschnittliche Alter beim Auszug aus dem Elternhaus 2019 bei Frauen 22,9 Jahre und bei Männern 24,4. kna