Beirut – In Beirut wird der Atem angehalten: Einen Monat nach der verheerenden Explosion in der libanesischen Hauptstadt am 4. August haben Rettungskräfte nach einem Verschütteten gesucht, der die Katastrophe möglicherweise überlebt hat. Mit einem Kran, Schaufeln und Händen räumten das chilenische Rettungsteam „Topos“ und der libanesische Zivilschutz die Trümmer eines eingestürzten Hauses weg.
Der Mitgründer der libanesischen Initiative „Live Love Beirut“ sagte, das chilenische Rettungsteam habe mit seinen Geräten Atemsignale wahrgenommen. Am Freitag seien acht solcher Signale pro Minute empfangen worden, am Vortag noch 18: „Ich persönlich als Eddy Bitar habe meine Zweifel“, sagte er weiter. „Aber wir können nicht von einem so erfahrenen Team gesagt bekommen, dass es Atemsignale gibt, und dann nichts tun.“ Aufnahmen eines Laser-scanners von zwei verschütteten Räumen dämpften zunächst die Hoffnung, nach dieser langen Zeit tatsächlich noch einen Überlebenden zu finden. „Alles, was wir sehen können, ist Schutt“, sagte ein Experte. „Wenn jemand hier wäre, dann wäre das ziemlich klar.“ Es handele sich dabei aber nur um ein vorläufiges Ergebnis. „Wir hoffen auf ein Wunder“, sagte eine Frau, die in der Nachbarschaft lebt.
Die Rettungsarbeiten an dem eingestürzten Haus hatten am Donnerstag begonnen, nachdem die chilenischen Rettungshelfer und ihr Suchhund „Flash“ Hinweise auf einen möglichen Überlebenden entdeckt hatten. Das einst dreistöckige Gebäude liegt nur wenige hundert Meter vom Explosionsort entfernt. Die oberen Etagen des Hauses sind größtenteils eingestürzt.
„Ich weiß nicht, wie lange es dauern wird“, sagte Francisco Lermanda von „Topos“ dem Fernsehsender CNN Español. „Die Platten sind sehr dick, der Zement ist sehr hart, die Armierung ist sehr groß. Wir können keine Maschinen dorthin bringen. Wir dürfen nichts tun, was das Leben der möglichen Person in Gefahr bringen kann. Deshalb handelt es sich um eine sehr langsame, technische Arbeit.“ Bis zuletzt wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums sieben Menschen vermisst.