Madrid – Es sieht beinahe nach gezielten Attacken aus: In den vergangenen zwei Monaten haben Orcas – auch Killerwale genannt – mehrere Segelboote entlang der spanischen Küste gerammt. Die Schiffe wurden beschädigt, mehrere Besatzungsmitglieder verletzt. Das Verhalten der Tiere stellt die Wissenschaftler vor ein Rätsel.
Zuletzt wurde, wie der britische „Guardian“ berichtet, am vergangenen Freitag eine zehn Meter lange Jacht bis zu 15 Mal von einem Schwertwal angegriffen und gerammt. Wie das Überführungs-Unternehmen „Halcyon Yachts“ mitteilte, sei das Schiff anschließend in einen Hafen geschleppt worden, um die bei dem Angriff zerstörte Steuerung zu reparieren. Etwa zur gleichen Zeit habe es mehrere Orca-Sichtungen nahe der Hafenstadt Vigo gegeben. Auch dort waren unlängst zwei Angriffe durch Orcas gemeldet worden.
Die spanischen Seebehörden riefen Schiffsbesatzungen auf, wachsam und vorsichtig zu sein sowie Abstand zu halten. Jedoch hatten zuvor mehrere Crews berichtet, sie seien von den Tieren regelrecht verfolgt worden. Ungewöhnlich, so befinden Wissenschaftler. Möglich sei, dass es sich um eine unter Stress stehende Gruppe handeln könnte.
Um diese Jahreszeit zieht die Delfinart von der Küste Andalusiens zum Golf von Biskaya. Ihr Ziel dort: die Thunfische. Die Tiere jagen für gewöhnlich in Gruppen von bis zu 20 Tieren. Sie bewegen sich dabei sehr koordiniert und planvoll, die Beute wird geteilt. Orcas können in freier Wildbahn im Schnitt um die 50 Jahre alt werden und wiegen bis zu sechs Tonnen. cjm