Berlin / Freiburg / Münster – Die Berliner Kriminalpolizei ist mit einer Razzia in mehreren Bundesländern gegen zahlreiche Konsumenten von Kinderpornografie vorgegangen. 15 Wohnungen wurden gestern durchsucht, wie die Polizei mitteilte. Elf Durchsuchungen erfolgten in Berlin, weitere in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein. Die Polizei beschlagnahmte zahlreiche Computer und Telefone sowie Drogen, eine Waffe und ein Messer. 14 Verdächtige im Alter von 30 bis 47 Jahren sollen kinderpornografische Fotos und Filme sowie Erfahrungen über den Missbrauch ausgetauscht haben.
Unterdessen muss im Fall des jahrelangen Missbrauchs eines Buben aus Staufen bei Freiburg ein bereits verurteilter Mann erneut vor Gericht. Das Landgericht Freiburg wird entscheiden, ob gegen den Spanier doch noch Sicherungsverwahrung oder der Vorbehalt der Sicherungsverwahrung angeordnet wird. Der 35-Jährige wurde 2018 zu zehn Jahren Haft verurteilt wegen schwerer Vergewaltigung des Buben, Kindesmisshandlung und Zwangsprostitution. Auf die Anordnung der Sicherungsverwahrung verzichteten die Richter jedoch seinerzeit. Dagegen legte die Staatsanwaltschaft beim BGH Beschwerde ein und bekam Recht. Das Freiburger Gericht verhandelt nun nochmals über diesen Aspekt. Das Strafmaß bleibt davon unberührt. Der neue Prozess startet Montag. Die Verbrechen an dem Kind hatten bundesweit für Entsetzen gesorgt. Seine Mutter und ihr Freund hatten den Buben über zwei Jahre vergewaltigt und anderen Männern aus dem In- und Ausland gegen Geld für sexuelle Gewalttaten überlassen.
Im Missbrauchskomplex in Münster hat die Staatsanwaltschaft gestern gegen einen weiteren Mann Anklage erhoben. Neben einem 53-Jährigen (wir berichteten) wird einem 30-Jährigen aus Hannover mehrfacher schwerer sexueller Missbrauch von zwei Kindern vorgeworfen.