Sportlich durch den Lockdown

von Redaktion

Trainingstipps für Kinder und Jugendliche – Bewegungsmangel auch in Alten- und Pflegeheimen

Berlin – Bewegung tut Not im Teil-Lockdown – vor allem für ältere Menschen, wie aber auch für Kinder und Jugendliche. Sport im Verein ist nicht mehr möglich, an vielen Schulen sind die Sportstunden gestrichen oder finden nur noch im Klassenzimmer statt. Und speziell in Alten- und Pflegeheimen kommen die körperlichen Aktivitäten Corona-bedingt unter die Räder, wie eine Studie der Uni Tübingen belegt. Die Aufgaben – dazu zählen beispielsweise Gleichgewichtsübungen und Training des Reaktionsvermögens – würden normalerweise von externen Dienstleistern erfüllt, die während des Lockdowns aber kaum Zutritt haben. Die Aufgabe sei daher an wenig qualifizierte, interne Mitarbeiter übertragen worden. Da die Arbeitskapazität des Pflegepersonals durch die Pandemie selbst überbeansprucht wird, sei die Bewegungsförderung in vielen Fällen zurückgefahren worden. Das Forschungsteam will nun neue Konzepte entwickeln, um die Pflegebedürftigen mobil zu halten.

Ideen, wie man Kinder und Jugendliche auf Trab hält, hat unterdessen der Berliner Fitnessexperte Nicholas Behne zusammengetragen. Bei kleinen Kindern – also Grundschulalter und darunter – blieben Eltern nur zwei Dinge: Bewegung „in ein Spiel verpacken und auch selbst mitmachen“. Workouts auf YouTube schauen zu lassen, sei suboptimal. Wenn die Eltern dagegen mithüpfen, könne man vermeiden, dass die Kinder in den Zuschauer-Modus verfallen, so Behne. Wer das Wohnzimmer zum Sportplatz machen will, baut am besten aus Stühlen, Kissen und Sofas einen Parcours auf. Ansonsten können auch Kochlöffel als Schläger und zusammengeknotete Socken als Bälle herhalten.

Und bei größeren Kindern? Da haben Eltern es laut Behne leichter. „Die 10- bis 12-Jährigen kriegt man gut über Wettkämpfe.“ Also: Wie viel Liegestütze oder Sit-ups schafft jeder? Oft mache es Spaß, sich dabei mit dem Handy zu filmen und sich mit Freunden zu messen.

Die noch Älteren hätten oft einen konkreten Plan – zumindest die, die regelmäßig Sport treiben. „Die wollen zum Beispiel einen größeren Bizeps oder einen Sixpack.“ Dementsprechend suchen sie dann Workout-Videos aus.

Ist die Wohnung zu klein, bleibt allerdings nur der Weg nach draußen. Doch wie klappt die Motivation im meist eher feucht-kalten November? Am besten erwähnen Eltern nicht das Wort „Spazierengehen“. Stattdessen geht man einfach zusammen raus und stellt den Kindern viele Aufgaben: Wer ist am schnellsten an der Laterne da hinten? Bis zur nächsten Ecke laufen alle rückwärts! Von hier bis zum nächsten Stromkasten müssen alle balancieren.

So kommt leicht eine halbe Stunde an der frischen Luft zusammen. Dass Kinder dabei nie ein gleichmäßiges Tempo haben, mal schnell und mal langsam sind, müssen Eltern bei den Kleineren einfach hinnehmen.

Die größeren Kinder lassen Eltern am besten selbst entscheiden: Lieber Rad fahren statt laufen? Oder lieber joggen statt gehen?

Für diejenigen, die gerade lieber dem Chillen frönen, helfen auch kleine Bestechungsangebote wie „Eine Runde mit mir laufen gehen und danach darfst du ab auf die Couch und einen Film schauen.“ Sehr wichtig ist es laut Behne, einen festen Termin am Tag festzulegen, an dem sich alle bewegen. Durch die feste Struktur erspare man sich so manche Diskussion.

Artikel 11 von 11