Leise statt laut ins neue Jahr

von Redaktion

Dennoch mehr Feuerwerk und Verletzte als erwartet – Neuseeland feiert ohne Beschränkungen

Berlin – Beschaulich wie seit Jahrzehnten nicht, doch mit mehr Feuerwerk als erwartet – so ist Deutschland mitten in der Corona-Pandemie ins neue Jahr gestartet. Viele Straßen und Plätze blieben in der Neujahrsnacht deutlich leerer als gewohnt. Häufig wunderten sich Polizisten aber über die großen Böllerbestände der Feiernden.

Kaum jemand verirrte sich in Berlin ans Brandenburger Tor, wo in den Vorjahren traditionell Hunderttausende die größte Silvesterparty des Landes feierten. Nun spielten dort Jürgen Drews oder die Band Karat für die Live-Übertragung der ZDF-Silvestershow – ohne Publikum vor Ort. Das traditionelle Höhenfeuerwerk hatte der Sender abgesagt. Trotz des Verkaufsverbots für Feuerwerk wurde teils kräftig geböllert, in Berlin etwa – nahe der Grenze zu Polen – leuchtete reichlich Feuerwerk am Himmel. Der Verdacht liege nahe, dass sich viele Menschen Böller oder Raketen übers Internet oder aus dem Ausland besorgt hätten, so die Polizei.

Schwere Unfälle mit der Pyrotechnik gab es wieder etliche in Deutschland: So starb ein 24-Jähriger in Brandenburg durch selbst gebasteltes Feuerwerk, in Schmalkalden in Thüringen wurde ein junger Mann durch einen explodierenden Böller schwer verletzt. Laut Polizei sei zu befürchten, dass er erblinde. Drei junge Männer wurden bei einer Explosion in einem Wohnhaus bei Osnabrück teils lebensgefährlich verletzt. Die Männer hatten mit Chemikalien hantiert.

Im Elsass wurde einem 25-Jährigen von einem Feuerwerkskörper „der Kopf abgerissen“, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Ein weiterer Mann wurde bei dem Unfall bei Straßburg schwer am Kopf verletzt.

Einen Angriff mit Böllern gab es in Essen: Rund 30 junge Männer hätten zunächst Mülltonnen in Brand gesetzt. Als die Feuerwehr anrückte, seien erst die Einsatzkräfte, später die nachrückenden Polizisten mit Böllern beworfen worden.

In Berlin-Buckow ging ein Supermarkt in Flammen auf und stürzte teils ein. Laut Feuerwehr waren im hinteren Bereich des Markts Feuerwerkskörper gelagert worden, die explodierten und während der Löscharbeiten durch die Gegend flogen. Rund 110 Kräfte waren im Einsatz.

Auch in vielen anderen Ländern fielen die Silvesterfeiern wegen der Corona-Pandemie verhaltener aus als sonst. Nicht nur in Italien und Frankreich herrschten nächtliche Ausgangssperren. Viele Partys und Feuerwerke wurden abgesagt, so in Amsterdam, London und Rio.

Deutlich früher startete das neue Jahr in Neuseeland: Bereits um 12 Uhr mitteleuropäischer Zeit (MEZ) stiegen in dem Inselstaat, der seit mehr als einem Monat keine Corona-Fälle mehr gemeldet hat, die Raketen hoch. Daher fanden Festivals und Feuerwerke ohne Beschränkungen mit vielen Besuchern statt.

Bis 13 Uhr MEZ am Neujahrstag dauerte es, bis der ganze Globus ins neue Jahr gerutscht war. Als letztes waren die Baker- und die Howlandinsel im Pazifik dran. Stören dürfte sich daran niemand: Die Inseln sind unbewohnt.

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