Göteborg – Nach den aufsehenerregenden Funden am Wrack der 1994 gesunkenen Ostsee-Fähre „Estonia“ müssen sich zwei Schweden seit Montag in Göteborg vor Gericht verantworten. Ihnen wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, mit Filmaufnahmen unter Wasser vorsätzlich gegen den Grabfrieden verstoßen zu haben, der nach dem fatalen Untergang über dem Wrack verhängt worden war. Dabei spielt auch eine Rolle, dass die Dokumentarfilmer von Deutschland aus und mit einem deutschen Schiff an den Unglücksort gelangt sind – und Deutschland als Ostsee-Anrainer ein Abkommen zum Schutz der Grabstätte nicht unterzeichnet hat. Die Aufnahmen der beiden 37 und 33 Jahre alten Angeklagten hatten für viel Aufsehen gesorgt: Der Tauchroboter hatte unter anderem ein mehrere Meter langes und bislang unbekanntes Loch im Schiffsrumpf entdeckt.