„Die Lage ist katastrophal“

von Redaktion

Schnee und Eis zum Wochenstart: Wetterchaos hält an – Die nächsten Nächte werden frostig

Berlin – Schnee und Eis haben auch zum Wochenanfang Auto- und Bahnfahrern in weiten Teilen Deutschlands das Leben schwer gemacht – und in den nächsten Tagen bleibt es eisig. Heftiger Schneesturm hatte in Teilen Deutschlands bereits am Sonntag ein Verkehrschaos verursacht. Auch am Montag war zumindest zeitweise auf etlichen Straßen kein Durchkommen. „Die Lage ist katastrophal“, sagte am frühen Morgen ein Sprecher der Polizei in Fulda. Im Schnee stecken gebliebene Lastwagen hatten etwa im Norden und Osten von Hessen mehrere Autobahnen blockiert. Besonders betroffen waren dort die A7 und die A4. In vielen Bereichen stünden die Lastwagen und Autos seit sechs Stunden im Stau, es gehe weder vorwärts noch rückwärts, sagte der Sprecher.

Derweil warnte die Deutsche Bahn: „Aufgrund von extremem Unwetter kommt es in weiten Teilen des Landes zu Verspätungen und Zugausfällen.“ Der Fernverkehr sollte am Montag auf mehreren Verbindungen komplett eingestellt bleiben. So fuhren beispielsweise von Berlin keine Fernzüge in Richtung Hannover und München.

Auch der Nahverkehr blieb mancherorts im Schnee stecken. In Leipzig und Erfurt versuchten mit Schneeschiebern versehene Straßenbahnen, die Gleise wieder befahrbar zu machen. Busse blieben vielerorts in den Depots – in Hessen etwa in Kassel und Marburg, wie die dortigen Stadtwerke mitteilten. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fiel wegen des heftigen Winterwetters vielerorts außerdem die Müllabfuhr aus. Außerdem kamen in Thüringen nach Angaben der Deutschen Post mit wenigen Ausnahmen keine Brief- und Paketzusteller.

Im Dauereinsatz waren dagegen die Pannenhelfer des ADAC. So rückten sie allein in Niedersachsen und Bremen am Sonntag zu mehr als 800 Einsätzen aus – am Montagmorgen wurden 600 weitere Hilferufe registriert. In Nordrhein-Westfalen waren am Wochenende bei rund 730 Unfällen drei Menschen schwer und 63 leicht verletzt worden, wie das dortige Innenministerium mitteilte. Ein Mann starb, nachdem er mit seinem Wagen in Duisburg in einen Bach gestürzt war. In Mülheim an der Ruhr behinderten die eisigen Temperaturen am Montag die Löscharbeiten beim Brand eines leer stehenden Supermarktes. An den Helmen der Feuerwehrleute hätten sich Eiszapfen gebildet, sagte ein Sprecher.

Der neuerliche Wintereinbruch hat auch Autofahrern im Norden Bayerns viel Geduld abverlangt, etlichen Schülern allerdings den Weg zur Schule erspart. Vor allem in Franken schneite es – jedoch etwas weniger als zunächst erwartet. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) meldete für die Region meist mäßigen Schneefall mit fünf bis 15 Zentimetern Neuschnee. In den kommenden Tagen soll es nahezu überall in Bayern frostig kalt und winterlich weiß werden. Bis zu minus 16 Grad nachts sind mancherorts am Ende der Woche möglich. Dafür lässt sich tagsüber dann auch wieder öfter die Sonne blicken.

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