Italien macht zu – Ostern landesweiter Lockdown

von Redaktion

Rom – In Rom sind die Straßen wieder wie ausgestorben. Seit Montag ist wieder Lockdown in Italien. Betroffen sind die Regionen Latium und Lombardei mit der Hauptstadt Mailand, aber auch Kampanien mit Neapel, die Emilia-Romagna, Venedig und Venetien, der Piemont. 40 Millionen Menschen sind betroffen. Die neue Regierung von Premierminister Mario Draghi entschied sich vergangene Woche wegen ansteigender Infektionszahlen für diese Maßnahme.

Der restliche Teil des Landes ist orangene Zone, das heißt, der Lockdown ist etwas weniger streng. Hier sind etwa die Toskana, Ligurien, Sizilien, Umbrien und Kalabrien betroffen. Nur auf Sardinien herrscht so etwas wie Normalität. Die Insel ist vergleichsweise wenig von Corona betroffen, der Alltag gestaltet sich hier mit wenigen Ausnahmen weitgehend normal.

Für die Osterfeiertage verfügte die Regierung einen Lockdown für das ganze Land. Grund für die starken Einschränkungen sind die steigenden Infektions- und Opferzahlen. Am Montag meldeten die italienischen Gesundheitsbehörden 15 267 Neuansteckungen und 354 Todesopfer. Insgesamt starben in Italien nun bereits über 102 000 Menschen an oder mit einer Corona-Infektion. Auch die Lage in den Krankenhäusern spitzt sich wieder zu. Insgesamt sind derzeit über 25 000 Menschen im Land mit einer Covid-19-Infektion in stationärer Behandlung, 3157 Patienten liegen auf der Intensivstation. Am meisten betroffen sind die Regionen Lombardei, Emilia-Romagna und Kampanien, die allesamt seit Montag zur roten Zone zählen.

Dort ist die Fortbewegung außer Haus nur für die Arbeit oder aus triftigen Gründen zugelassen. Sport darf nur individuell und in der Nähe der eigenen Behausung getrieben werden. Bars und Restaurants sind geschlossen, dürfen aber Speisen zum Mitnehmen anbieten. Normale Geschäfte sind ebenfalls geschlossen mit Ausnahme von Supermärkten oder Apotheken und anderen als essenziell eingestuften Branchen.

In den sozialen Netzwerken kursiert das Bild einer verzweifelten Restaurantbetreiberin in Ostia bei Rom. Sie sitzt vor ihrem Herd, den Kopf auf den Knien. Das Bild drückt Erschöpfung und Mutlosigkeit aus, symptomatisch für das ganze Land. Seit Montag sind in Italien auch knapp sieben Millionen Schülerinnen und Schüler wieder im Online-Unterricht, das sind gut 80 Prozent aller Schüler im Land.

Am Wochenende hatte die Regierung ihre neue Impfstrategie vorgestellt. Bis September sollen mindestens 80 Prozent der Italiener geimpft sein, hieß es dabei. Vor dem Stopp für den Impfstoff von Astrazeneca am Montag wurden in Italien täglich rund 170 000 Impfdosen verabreicht, diese Quote sollte nach den Regierungsplänen auf mindestens 500 000 angehoben werden. Nach dem Stopp für Astazeneca bezweifeln Experten nun die Einhaltung dieses Zeitplans. Italien setzte die Impfungen wegen mehrerer Todesfälle im Zusammenhang mit der Impfung aus. In Italien mit seinen rund 60 Millionen Einwohnern wurden bislang etwa 3,2 Prozent der Bevölkerung mit zwei Dosen geimpft. JULIUS MÜLLER-MEININGEN

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