Adelsexpertin: „Die Queen bleibt standhaft“

von Redaktion

Hamburg – ARD-Königshausexpertin Leontine Gräfin von Schmettow glaubt nicht, dass die britische Königin Elizabeth II. bald abdanken könnte. Mit ihrem Mann Prinz Philip, der am 9. April gestorben ist, habe die Queen zwar ihren engsten Vertrauten verloren, sagt von Schmettow. Abzudanken widerspräche aber ihrem Pflichtgefühl. „Schon mit 21 Jahren hat sie versprochen, ihr ganzes Leben lang dem Volk zu dienen. Daran wird sie sich halten.“ Als Kind habe Elizabeth erlebt, wie die Monarchie an den Rand des Abgrunds geriet, als ihr Onkel vorzeitig abdankte und seinem Bruder, Elizabeths Vater, die Krone überließ. Damit habe er die ganze Familie in große Bedrängnis gebracht, besonders ihren Vater, der mit seinem Stottern als König sehr gelitten hat. „Das wird die Queen nie vergessen“, betont die Journalistin.

Die Fähigkeit der Queen, trotz aller Kritik am Königshaus Haltung zu bewahren und dabei glaubwürdig zu bleiben, werde ihr auch angesichts der neuen Herausforderungen helfen. Dazu zähle das angespannte Verhältnis zu ihrem Enkel Harry. Er und seine Frau Meghan hatten sich 2020 vom Königshaus losgesagt und der Familie am 7. März im US-Fernsehen vorgeworfen, sie kalt und unmenschlich behandelt zu haben. Die Trauerfeier für Prinz Philip sei vielleicht die Gelegenheit für eine Wiederannäherung. „Dass Meghan nicht dabei ist, erhöht die Chancen“, so von Schmettow.

Noch größere Sorge mache der Queen ihr Sohn Prinz Andrew. Er sei vielleicht tiefer in den Missbrauchsskandal um Jeffrey Epstein verstrickt als bislang bekannt. Die einstige Epstein-Vertraute Ghislaine Maxwell könnte ihn aus der amerikanischen U-Haft heraus schwer belasten. „Das schwebt wie ein Damoklesschwert über dem Königshaus.“

Insgesamt habe die britische Monarchie aber gute Zukunftsaussichten, ist von Schmettow überzeugt. „Aus Sicht der Queen sind ihr Enkel William und seine Frau Kate die Zukunft.“ Wie die Queen sei auch Kate entschlossen, dem Land und dem Volk mit Hingabe und Disziplin zu dienen. Sie und William könnten aber nicht ohne Weiteres in die großen Fußstapfen der Queen treten, da sie einer anderen Generation angehören. Sie müssten ihren eigenen Weg finden, um das Amt und die Tradition emotional, authentisch und glaubwürdig zu vertreten. „An Harry und Meghan sehen wir, dass diese Aufgabe für junge Menschen eine große Bürde sein kann.“  epd

Artikel 5 von 9