Weltraum-Sensation: Erster Flug auf fremdem Planeten

von Redaktion

Washington – Mehr als ein Jahrhundert nach dem ersten motorisierten Flug der Gebrüder Wright auf der Erde (1903) ist ein solches Manöver nun erstmals auf einem anderen Planeten geglückt. Der ultraleichte Hubschrauber „Ingenuity“ hob am Montag auf dem Roten Planeten ab und landete 39 Sekunden später wohlbehalten – das löste Jubel im Nasa-Kontrollzentrum aus.

Was den Flug so besonders macht? Die Mars-Atmosphäre hat nur ein Prozent der Dichte der Erdatmosphäre, daher ist das Fliegen extrem schwierig. „Ingenuity“ ähnelt aus diesem Grund einer Leichtgewichtsdrohne. Er wiegt gerade einmal 1,8 Kilogramm und besteht aus vier Füßen, einem Flugkörper und zwei Propellern. Die Propeller drehen sich 2400 Mal pro Minute und damit etwa fünf Mal schneller als bei einem normalen Hubschrauber. Das Fluggerät ist mit vier Solarpaneelen ausgestattet, um seine Batterien wieder aufladen zu können. Ein großer Teil dieser Energie wird benötigt, um das Fluggerät nach Nachttemperaturen von minus 90 Grad wieder aufzuwärmen. Ist das geschafft, steigt der Heli bis zu fünf Meter auf – in dieser Höhe kann es ebenfalls irrsinnig kalt werden. Wegen der dünnen Atmosphäre auf dem Mars wird Wärme kaum gespeichert, es gibt große Temperaturschwankungen zwischen etwa 15 Grad plus in der Sonne und minus 90 Grad nachts.

In der Zukunft könnten solche Fluggeräte „eine ganz neue Ära der Mars-Erforschung eröffnen“, sagt der Chef-Ingenieur des Projekts, Bob Balaram. Sie könnten etwa Gebiete erreichen, in die Rover nicht gelangen können, oder Material sammeln.

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