Faulenzer vom Dienst

von Redaktion

Catanzano – Die vielzitierte italienische Lebensart des süßen Nichtstuns (Dolce far niente) hat ein Klinikangestellter in der kalabrischen Stadt Catanzano offenbar ganz professionell durchgezogen. Über 15 Jahre lang kassierte Salvatore Scumace (67) demnach volles Gehalt – ohne auch nur einen Tag dafür zu arbeiten. Jetzt flog der Schwindel auf. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, die seit 2015 verstärkt gegen Krankfeierei und Arbeitszeitbetrug vorgehen, brachten den Fall Scumace ans Licht. Insgesamt soll der Betrüger rund 538 000 Euro an Gehalt eingestrichen haben, ohne sich je an seinem Arbeitsplatz am Pugliese-Ciaccio-Krankenhaus blicken zu lassen. Seine dauernde Abwesenheit war der direkten Vorgesetzten des Mannes demnach nicht entgangen. Allerdings soll Salvatore Scumace seine Chefin durch Drohungen gegen sie und die Sicherheit ihrer Familie dermaßen unter Druck gesetzt haben, dass sie ihn nicht offiziell anschwärzte. Als die Frau in Rente ging, liefen die Zahlungen an den abwesenden Mitarbeiter weiter. Jetzt wird gegen den Mann ermittelt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Betrug, Amtsmissbrauch und Erpressung vor.

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