Krieg der Clans – drei Explosionen in Malmö

von Redaktion

Malmö – In Schweden nimmt die Bandengewalt seit Jahren dramatisch zu. Die Polizei sprach im vergangenen Jahr sogar von einer „Systembedrohung“. Jetzt hat es in der südschwedischen Großstadt Malmö erneut innerhalb von weniger als einer Stunde gleich drei Explosionen gegeben. Es habe sich um verhältnismäßig kräftige Detonationen gehandelt, sagte der zuständige Polizeichef Stefan Sintéus.

16 Wohnungstüren seien in einem Treppenhaus beschädigt worden, bei den anderen beiden Vorfällen seien der Eingangsbereich eines Mehrfamilienhauses sowie der Eingang eines Lebensmittelgeschäfts und ein geparktes Autos beschädigt worden. Die erste Detonation wurde der Polizei um 2.38 Uhr gemeldet, die weiteren dann um 2.51 und 3.19 Uhr. Die drei Orte liegen allesamt im Süden der Stadt. Verdächtige sind bislang nicht festgenommen worden. Die Hintergründe der Vorfälle seien noch unklar, sagte Sintéus. Nach Informationen des Rundfunksenders SVT wird Rache nach einem unaufgeklärten Mord im Bandenmilieu als Motiv hinter den Vorfällen vermutet.

Schweden hat seit Längerem ein Problem mit Schießereien und vorsätzlich herbeigeführten Explosionen, deren Hintergründe im Krieg verschiedener arabischstämmiger Clans vermutet werden. Meist gibt es dabei keine Verletzten, aber teils größere Sachschäden. Zu Festnahmen kommt es danach nur selten. Auch in Malmö sind mehrere kriminelle Banden aktiv, die Lage in der drittgrößten Stadt des skandinavischen Landes hatte sich zuletzt aber etwas gebessert. Man habe in den vergangenen Jahren eine spürbar positive Entwicklung gesehen, sagte Sintéus.

Im vergangenen Jahr hatte der stellvertretende Polizeichef im schwedischen Radio erklärt, dass hinter der eskalierenden Gewalt 40 verschiedene Clans stünden, die in den vergangenen Jahrzehnten aus dem Nahen Osten nach Schweden eingewandert seien: „Diese 40 Clans bekämpfen sich gegenseitig und erziehen ihre Kinder zu Kriminellen“, so Mats Löfving.

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