Stefan Mross am Boden zerstört

von Redaktion

Seine Cousine Helga und Tante Ingrid wurden von einen Stalker erschossen

Wals-Siezenheim – Volksmusikstar Stefan Mross (45) und seine Mutter Stefanie sind am Boden zerstört, fassungslos; er geht auch gar nicht mehr ans Telefon, was soll er auch sagen – zu all dem Unfassbaren? In der Nacht zum Donnerstag wurden seine Cousine Helga (50), Finanzbuchhalterin bei der Porsche Bank in Salzburg, und seine 76-jährige Tante Helga Ingrid – die Schwester seiner Mutter – am Eingang ihres Hauses in der Edelweißstraße in Wals-Siezenheim bei Salzburg kaltblütig erschossen, ja regelrecht durch Kopfschüsse hingerichtet. Fünf Mal traf der Mörder die beiden Frauen.

Abgedrückt hat den polizeilichen Ermittlungen zufolge der ehemalige Lebensgefährte der 50-jährigen Helga, ein Privatdetektiv, der sich wohl mit dem Ende der Beziehung nicht abfinden wollte und der der attraktiven Helga immer wieder aufgelauert hat; sie fühlte sich bedroht und ging auch zur Polizei, allerdings konnte die nichts für das spätere Opfer tun, wegen mangelnder strafrechtlicher Relevanz.

Die trat in der Nacht zum Donnerstag dafür umso kaltblütiger ein: Gegen Mitternacht gab es zunächst einen lauten Disput auf der Straße, dann fielen Schüsse. Anschließend flüchtete der 51-jährige mutmaßliche Schütze Gottfried O., wie ein Ohren- und Augenzeuge berichtet. Die Polizei ermittelt später, dass sich der Täter kurz darauf bei einer Bekannten telefonisch meldete, die Tat auf ihrer Mailbox gestand und seinen Suizid ankündigte. Dies tat er dann auch direkt bei der Polizei, die er von seinem Handy aus informierte – auch dort hat Gottfried O. die Tat gestanden. Die Beamten versuchten, ihn zur Aufgabe zu überreden. Lange genug, um seinen Handystandort zu orten. Sofort stieg ein Polizei-Hubschrauber mit Wärmebildkamera auf, die Spezialeinheit „Cobra“ und die Verhandlungsgruppe Salzburg machten sich bereit. Schließlich, gegen 4.30 Uhr, fielen am Campingplatz bei St. Gilgen am Wolfgangsee wieder Schüsse – der mutmaßliche Doppelmörder ballerte ins Wasser, bevor er sich der Polizei ergab.

Das Motiv ist noch unklar. Gottfried O. war der Polizei zufolge nüchtern. Doch wie ein Bekannter der Opfer der Zeitung „Österreich“ berichtete, soll der spätere Täter die 50-jährige Helga regelrecht verfolgt und gestalkt haben, auch mit deren Bruder in Streit gekommen sein. „Er hat sie belästigt und sogar in ihrem Garten abgepasst. Die beiden Frauen hatten Angst vor ihm.“ Die ehemalige Lebensgefährtin soll zuletzt regelrecht verzweifelt gewesen sein.

Helgas Vater Johann war erst im vergangen Jahr gestorben. Jetzt kommen seine Ehefrau und seine Tochter mit in sein Grab in Wals-Siezenheim. Stefan Mross und seine Frau Anna-Carina Woitschack hatten sich zu Anfang der Woche so auf den gestrigen Freitag gefreut – mit der Veröffentlichung der Single „Einmal unendlich“. Jetzt sind sie unendlich traurig. au

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