Stuttgart – Das Schattenspiel einer ringförmigen Sonnenfinsternis ist das herausragende Himmelsereignis in diesem Juni. In ihren partiellen Phasen kann sie am 10. Juni von ganz Deutschland aus beobachtet werden. An dem Tag tritt um 12.53 Uhr die Neumondphase ein. 18 Stunden vorher kreuzt der Mond die Erdbahnebene von Süd nach Nord, weshalb sein Schatten auf die Erde fällt.
Da der Mond am 8. mit einer Distanz von 406 230 Kilometer seinen erdfernsten Bahnpunkt passiert, erreicht seine Kernschattenspitze die Erdoberfläche nicht. Der dunkle Neumond erscheint daher etwas kleiner als die Sonnenscheibe, es kommt zu einer ringförmigen Sonnenfinsternis. Um die schwarze Neumondscheibe erscheint ein heller Ring.
In Deutschland werden nur wenige Prozent der Sonnenscheibe vom Neumond bedeckt, wobei der Bedeckungsgrad von Nord nach Süd abnimmt. In Kiel werden am 10. gegen Mittag knapp 19 Prozent der Sonne bedeckt, in München gut sechs Prozent. Es wirkt, als ob ein Stück von der Sonne abgebissen worden wäre. Vor unvorsichtigen Sonnenbeobachtungen wird gewarnt: Niemals direkt in die Sonne sehen, schon gar nicht mit einem Fernglas oder Teleskop ohne spezielle Sonnenfilter. Um gefahrlos die Sonne zu beobachten, benötigt man Sonnenfinsternisbrillen oder Schweißerbrillen.
Am 21. Juni erreicht die Sonne um 5.32 Uhr im Sternbild Stier den Gipfel ihrer Jahresbahn, der astronomische Sommer beginnt. Am Nachmittag tritt sie in das Sternbild Zwillinge. Der Sommerpunkt markiert den Beginn des Tierkreiszeichens Krebs, weshalb man auch vom Wendekreis des Krebses spricht. Zur Sommersonnenwende erlebt man den längsten Tag des Jahres. Vollmond wird am 24. um 20.40 Uhr im Sternbild Schütze erreicht. Die Nacht vom 24. auf den 25. ist die kürzeste Vollmondnacht des Jahres.
Der Merkur bleibt im Juni unsichtbar. Venus baut ihre Rolle als Abendstern nur langsam aus. In der Dämmerung sieht man sie tief am Nordwesthimmel. Mars zieht sich vom Abendhimmel zurück. Jupiter im Sternbild Wassermann verlegt seine Aufgänge in die Zeit vor Mitternacht. Nach Venus und Mond wird er zum hellsten Gestirn der Nacht. Saturn verlagert seine Aufgänge in die Zeit weit vor Mitternacht. Da die Abenddämmerung erst spät endet, wird er im Laufe des Juni zum Planeten der gesamten Nacht. Nach Venus und Jupiter ist er der dritthellste Planet.
Am Fixsternhimmel hat sich das Frühlingsdreieck aus Arktur im Bootes, Regulus im Löwen und Spica in der Jungfrau in die westliche Himmelshälfte begeben. Im Osten ist dagegen das Sommerdreieck mit Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler bereits komplett aufgegangen. Der Große Wagen steht hoch über unseren Köpfen. Im Westen neigt sich der Löwe dem Untergang zu. Das Feld im Südwesten wird von der Jungfrau mit ihrem bläulichen Hauptstern Spica besetzt gehalten. Tief im Süden krabbelt der Skorpion den Horizont entlang. Sein tiefroter Hauptstern Antares ist kaum zu übersehen. Hans-Ulrich Keller