Heute ist Weltblutspendertag. Jahr für Jahr wird dabei für die in Spezialbeuteln verpackte Lebensrettung geworben. In Zeiten von Corona und Impfungen stellen sich einige neue Fragen.
Warum sind Blutspenden wichtig?
Blutbestandteile haben eine begrenzte Haltbarkeit und können nur eine gewisse Zeit gelagert werden, wie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das Robert-Koch-Institut (RKI) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in einer gemeinsamen Mitteilung betonen. Blutplättchen etwa seien nur vier bis fünf Tage einsetzbar. Die klassische Blutkonserve hält laut DRK 42 Tage. „Sollten über einen Zeitraum von mehr als einer Woche nicht genügend Blutspenden eingehen, wäre die Patientenversorgung innerhalb kurzer Zeit nicht mehr lückenlos abzusichern.“
Können Coronaviren über Blut übertragen werden?
Nein. Nach Angaben von RKI, PEI und BZgA gibt es keinen Hinweis darauf, „dass Sars-CoV-2 durch Blut übertragbar ist und eventuell durch unerkannt infizierte Personen auf Patientinnen oder Patienten übertragen wird“. Hygienekonzepte in den Blutspendeeinrichtungen stellten zudem sicher, dass für Spenderinnen und Spender kein erhöhtes Risiko für eine Ansteckung besteht. Auch für eine Übertragung durch Stechmücken gibt es übrigens laut BZgA keine Hinweise.
Wie sieht es mit Antikörpern aus?
„Bei standardmäßig hergestellten Blutkomponenten ist von keiner relevanten Antikörper-Konzentration auszugehen“, erklärt eine PEI-Sprecherin. Allerdings sei die Übertragung von neutralisierenden Antikörpern durch das Plasma von Genesenen möglich. In diesen speziell hergestellten Präparaten (Rekonvaleszenten-Plasma) liegen die Antikörper demnach in stark angereicherter Form vor.
Werden Blutkonserven auf Corona untersucht?
Nein. Das DRK verweist auf eine Studie des PEI. Demnach konnte im Blut von Patienten ohne Symptome sowie bei Patienten mit weniger ausgeprägten Symptomen kein Sars-CoV-2-Erbgut nachgewiesen werden.
Was muss ich tun, wenn ich nach der Blutspende an Covid-19 erkranke?
Wer innerhalb von 14 Tagen nach seiner Blutspende entsprechende Symptome bemerkt oder positiv auf Corona getestet wird, soll sich unverzüglich bei der kostenfreien Hotline des DRK unter 0800 11 949 11 melden oder über ein Nachrichtenformular im Internet melden.
Wie lange muss ich nach einer Corona-Infektion warten, bis ich Blut spenden darf?
Personen, die an Covid-19 erkrankt sind, dürfen erst vier Wochen nach Ausheilung wieder Blut spenden. Auch Spendewillige mit den Symptomen Halskratzen, Schüttelfrost, Husten oder Kurzatmigkeit sowie einer Körpertemperatur von mehr als 38 Grad werden nicht zur Spende zugelassen. Ähnliche Regeln gelten nach dem Aufenthalt in einem der offiziellen Corona-Risikogebiete.
Was gilt nach Kontakt mit einem Corona-Infizierten?
Menschen, die Kontakt mit Infizierten oder Erkrankten hatten, müssen aus Sicherheitsgründen eine Wartezeit von zwei Wochen vor der nächsten Spende einhalten. Daran ändert ein negativer Test nichts.
Darf ich nach der Impfung spenden oder gibt es eine Karenzzeit?
Eine Corona-Impfung ist nach DRK-Angaben kein Grund, nicht zu spenden. Wichtig ist, dass man sich gesund fühlt und keine Nebenwirkungen der Impfung hat: „Bei Wohlbefinden können Sie am Folgetag der Impfung Blut spenden.“
Kann ich durch gespendetes Blut eines Geimpften Impfschutz bekommen?
Davon gehen Experten nicht aus. Bei den mRNA-Impfstoffen lasse sich die mRNA kaum im Blut des Geimpften nachweisen, erläutert die PEI-Sprecherin. „Zudem wird diese mRNA nur in der Zelle des Geimpften abgelesen und so die Produktion eines Sars-CoV-2-Spikeproteins ermöglicht.“ Die mRNA sei aber nicht in der Lage, sich zu replizieren. „Nach aktuellem Kenntnisstand wird eine nicht integrierte mRNA in wenigen Stunden vom Immunsystem des Geimpften abgebaut.“