Tödliche Angriffe von Schimpansen auf Gorillas

von Redaktion

Osnabrück/Leipzig – Ein Forschungsteam aus Osnabrück und Leipzig hat erstmals tödliche Angriffe von Schimpansen auf Gorillas in freier Wildbahn beobachtet. „Interaktionen zwischen Schimpansen und Gorillas galten bislang als entspannt“, sagte die Osnabrücker Verhaltensbiologin Simone Pika am Montag. „Wir haben beide Arten regelmäßig friedlich in Futterbäumen beobachtet und unsere Kollegen aus dem Kongo wurden sogar Zeugen von gemeinsamen Spielen zwischen Schimpansen und Gorillas.“

Das Team der Universität Osnabrück und des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie aus Leipzig erforscht im Loango-Nationalpark in Gabun das Verhalten von rund 45 Schimpansen. Der Leipziger Primatologe Tobias Deschner erläuterte: „Wir wollen nun untersuchen, was die Gründe für die überraschend aggressiven Interaktionen sind.“

Möglich seien mehrere Erklärungen. Tötungen zwischen verschiedenen Arten können entweder als Jagdverhalten oder als Konkurrenz um Nahrung interpretiert werden, sagte Deschner. Auch ein durch den Klimawandel bedingter Rückgang der Produktivität des Regenwaldes könne dafür Ursache sein.

Die Doktorandin und Erstautorin der Studie, Lara M. Southern, berichtete, die Schimpansen hätten eine Gruppe Gorillas angegriffen. Dabei seien zwei Gorillakinder ihren Müttern entrissen und getötet worden. Die Forschungsergebnisse sind in der Zeitschrift „Scientific Reports“ veröffentlicht worden.

Artikel 8 von 9