Düsseldorf – Nordrhein-Westfalen erprobt neue Wege bei der Aufklärung von Tötungsdelikten, die lange Zeit nicht gelöst werden konnten – sogenannten Cold Cases. Das Land werde 28 pensionierte Alt-Ermittler einstellen, um solche Fälle neu aufzurollen, kündigte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) an. Das zunächst auf ein Jahr ausgelegte Projekt sei einmalig im deutschsprachigen Raum, sagte der Direktor des Landeskriminalamts (LKA), Ingo Wünsch. „Wir suchen Leute mit einer immer noch guten Spürnase, die Lust haben, jeden Stein noch mal umzudrehen, um die Täter zu kriegen“, sagte Reul. Fünf seien schon in der Auswahl. Neben der Identifizierung neuer Ermittlungsansätze, die sich auch aus moderner Kriminaltechnik ergeben könnten, sollten die pensionierten Mordermittler helfen, alle 1160 seit 1970 ungelösten Tötungsdelikte in digitalisierter Form in die „Cold-Case-Datenbank“ des LKA einzuspeisen. Sie war 2017 aufgebaut worden und ist in ihrer Systematik bundesweit einzigartig.