Mettmann – Das Neanderthal-Museum im Mettmann verpasst seinem bekanntesten Modell eines Urmenschen eine dunklere Hautfarbe. Die Nachbildung eines freundlich lächelnden älteren Neandertalers wird gegen ein Modell mit einem dunkleren Teint ausgetauscht, sagte die Museumsdirektorin Bärbel Auffermann.
Forschungsergebnisse legten die Vermutung nahe, dass die Neandertaler eine dunklere Hautfarbe hatten als die im Museum präsentierten Nachbildungen. Die Archäologin Auffermann stützt sich dabei unter anderem auf Analysen von Paläogenetikern, nach denen zumindest die Menschen der Gattung Homo Sapiens, die vor Zehntausenden Jahren in Europa lebten, noch eine dunkle Haut hatten. Der moderne Mensch habe erst eine hellere Hautfarbe entwickelt, als er sesshaft wurde und mehr Getreide und weniger Fleisch und Fisch aß.
Ob die dunklere Hauptfarbe auch für die Neandertaler zutrifft, lasse sich nicht mit Gewissheit sagen. „Allerdings ist ein dunkler Hautton für Menschen, die wie die Neandertaler als Jäger und Sammler lebten, ständig dem Sonnenlicht ausgesetzt waren und viel Vitamin D über die Nahrung aufnahmen, plausibel“, sagte die Direktorin.