New York – Ob Homeoffice oder Homeschooling – es ist kaum vorstellbar, wie die Pandemie-Bekämpfung ohne Computer in jedem Haushalt verlaufen wäre. Heute haben 92 Prozent aller Deutschen einen Computer daheim, sei es als Tablet, Laptop oder eben Personal Computer, kurz: PC. Genau vor 40 Jahren fiel der Startschuss fürs digitale Zeitalter in den Wohnstuben. Am 12. August 1981 kündigte die International Business Machines Corporation – kurz IBM – ihren „Personal Computer Model 5150“ an. Die graue, schreibmaschinengroße Kiste mit phosphorgrün leuchtender Schrift auf pechschwarzem Bildschirmhintergrund beherrschte über Jahre den Markt. Bis dahin waren PCs nur für Unternehmen verfügbar. IBM wollte mit seinem Coup der Konkurrenz auf dem sich entwickelnden Markt zuvorkommen. 1977 hatten die Bastler Steve Wozniak und Steve Jobs mit dem „Apple II“ einen fertig montierten Computer erfunden. Preis ohne Monitor und Laufwerk: 1300 Dollar.
Die Basisversion des IBM-PCs wurde in den USA dann ab Oktober 1981 für knapp 1565 Dollar angeboten. Eine Festplatte war nicht integriert, sondern nur Diskettenlaufwerke, die genauso wie Monitor und Tastatur zusätzlich gekauft werden mussten. Mit Zubehör wurden etwa 5000 Dollar fällig – damals wie heute sehr teuer. Zum Vergleich: Vernünftige Notebooks gibt es heute für etwas mehr als 300 Euro. Trotzdem brummte der Markt, statt der angepeilten 500 000 Modelle in drei Jahren wurden es zwei Millionen! Für einen jungen Software-Experten wurde diese Entwicklung quasi zum mehrfachen Sechser im Lotto: IBM beauftragte das damals kleine Unternehmen Microsoft mit der Entwicklung des Betriebssystems. Firmengründer: Bill Gates. Von 1981 bis 1995 wurde der IBM-PC ausschließlich mit seinem Betriebssystem PC-DOS vertrieben. Der Clou des PC war die Massentauglichkeit, IBM traf den Nerv der Zeit. Weder innovative Technologie noch Leistungsstärke waren besonders, blickte man unter die Abdeckung des grauen Kastens, war ein 16-Bit-Prozessor 8088 von Intel zu entdecken.
Das Gerät wurde zunächst wahlweise mit 16- oder 64-Kilobyte-Arbeitsspeicher ausgeliefert, dazu gab es einen Anschluss für Datenrekorder – wie bei der Datasette von Commodore. Ziel von IBM war ein Gerät für „Geschäftsleute, die Hilfe bei der Buchhaltung benötigen, oder Studenten, die eine Hausarbeit verfassen“. Der Konzern versprach den Nutzern, mithilfe der Programmiersprache „Microsoft Basic“ und leicht verständlichen Bedienungsanleitungen in „wenigen Stunden den Computer nutzen zu können und ganz einfach personalisierte Programme zu entwickeln“. Sechs Jahre lang wurde das Model 5150 fast unverändert gebaut und wurde zum weltweiten Standard. Alles, was an Zubehör und Software herauskam, musste IBM-kompatibel sein, um Erfolg zu haben – der Grundstein für die Vernetzung der Computer. Klaus Heydenreich