Streit um Antibiotika spitzt sich zu

von Redaktion

Brüssel – Der Streit um strengere EU-Regeln für den Antibiotikaeinsatz bei Tieren spitzt sich zu. Dabei geht es darum, dass fünf Antibiotika-Gruppen als Reserveantibiotika eingestuft werden sollen. Das hätte zur Folge, dass diese Antibiotika nicht mehr in der Massentierhaltung verwendet werden dürfen. Ziel ist ein möglichst restriktiver Einsatz der Mittel, um ihre Wirksamkeit beim Menschen durch Antibiotikaresistenzen nicht zu gefährden. Umstritten ist, ob die strikteren Vorgaben auch die Behandlung von Haustieren einschränken.

Während eine Kampagne des Bundesverbands praktizierender Tierärzte suggeriert, dass Haustiere sterben könnten, wenn die Regeln in Kraft treten, widersprechen Befürworter der Beschränkungen vehement. EU-Parlamentarier Martin Häusling (Grüne) widerspricht: „Die medizinische Versorgung von Haus- und Einzeltieren mit Antibiotika ist weder aktuell noch zukünftig gefährdet.“ Denn gleichzeitig soll die Kommission einen Gesetzesentwurf vorlegen, der die Einzeltierbehandlung auch mit Reserveantibiotika zulässt.

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