Das „Wunderhaus“ existiert nicht mehr – Lava erreicht das Meer

von Redaktion

Santa Cruz de La Palma – Auch das sogenannte Wunderhaus auf der Vulkaninsel La Palma ist nun doch ein Raub der Lava geworden. Das kleine Häuschen war berühmt geworden, weil es inmitten einer glühend heißen Lavawüste zunächst unbeschadet geblieben war, während hunderte andere Bauten rundherum zerstört worden waren.

Wie auf Bildern und Videos zu sehen war, floss der Lavastrom tagelang um das kleine Gebäude in der Ortschaft El Paraíso (deutsch: Das Paradies) herum. Dann aber war es plötzlich verschwunden, verbrannt und unter Lava begraben wie etwa 600 weitere Gebäude auf der spanischen Kanareninsel. Das im kanarischen Stil erbaute Einfamilienhaus gehörte Rainer Cocq und seiner Frau Inge Bergedorf, einem Rentnerpaar aus Dänemark, wie die spanische Zeitung „El Mundo“ berichtete. Die beiden hätten die Insel seit Ausbruch der Corona-Pandemie nicht mehr besucht. „Alles ist zerstört. Wir haben alles auf unserer geliebten Insel verloren. Es ist sehr traurig. Inge und ich sind sehr erschüttert“, zitierte die Zeitung Cocq.

Unterdessen hat der Lavastrom das Meer erreicht und ergießt sich wasserfallartig über Klippen in den schwarzen Atlantik. Vor der Küste bildete sich eine Pyramide aus Lava. Die Bilder erinnern an Hawaii, wo solche Urgewalten der Natur schon lange zu einer Touristenattraktion geworden sind.

Vielen Menschen auf der Insel war am Mittwoch jedoch nicht nach Vorfreude über zahlungskräftige Besucher zumute. Sorge bereiteten vor allem die aus dem Meer aufsteigenden Dämpfe, die unter anderem stark ätzende Salzsäure enthalten.

Sie entsteht, wenn die 1000 Grad heiße Lava in das nur 20 Grad warme Meer stürzt, das Chlorid enthält, einen der Bausteine der Salzsäure. Salzsäure kann zu Verätzungen der Haut, starken Atembeschwerden und Reizungen der Augen führen. Zudem können sich winzig kleine Vulkansplitter bilden, die zu Verletzungen in der Lunge führen könnten, warnten Vulkanologen.

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