Heute fliegt „Captain Kirk“ ins All

von Redaktion

Van Horn – Vor rund einem halben Jahrhundert übernahm William Shatner als „Captain Kirk“ das Kommando über das „Raumschiff Enterprise“. Heute soll der kanadische Schauspieler aus der TV-Serie „Star Trek“ nun mit 90 Jahren erstmals wirklich ins All fliegen. „Das hat eine gewisse Symmetrie“, sagte Shatner dem US-Fernsehsender NBC. „Da steckt ein ganzer Lebenskreislauf drin.“

Möglich macht das Abenteuer der Amazon-Gründer Jeff Bezos, der die von seiner Raumfahrtfirma Blue Origin entwickelte Kapsel „New Shepard“ zur Verfügung stellt. Es ist der zweite bemannte Flug für Blue Origin, beim ersten im Juli war Bezos selbst mit an Bord. Der „beste Tag aller Zeiten“ sei das gewesen, jubelte der Amazon-Gründer und nach Angaben des „Forbes“-Magazins reichste Mensch der Welt nach der Landung.

Shatner, der 1966 erstmals die Rolle des „Captain James T. Kirk“ in der Science-Fiction-Serie „Star Trek“ bekam, würde mit dem Flug zum ältesten jemals ins All gereisten Menschen werden. Während seiner jahrzehntelangen Karriere kommandierte der Schauspieler, der drei Töchter hat und sich 2019 von seiner vierten Ehefrau trennte, immer wieder das „Raumschiff Enterprise“. Seine berühmte Rolle habe ihm bei der Vorbereitung allerdings nicht geholfen, witzelte Shatner. „Da muss ich Sie enttäuschen, das war alles Fiktion.“ Er sei „begeistert und ängstlich und ein bisschen nervös und ein bisschen bange angesichts dieses ganzen Abenteuers“.

In der Raumkapsel von Blue Origin muss er nicht das Kommando übernehmen – sie fliegt weitgehend automatisiert. Zudem geht es nicht durch die „unendlichen Weiten“ des Weltraums und in „fremde Galaxien“, sondern lediglich rund zehn Minuten lang bis auf etwa 100 Kilometer über der Erde oberhalb der westtexanischen Wüste, zeitweise mit Schwerelosigkeit, bevor die wiederverwendbare Kapsel abgebremst von großen Fallschirmen wieder landet. Der Internationale Luftfahrtverband (FAI) und viele andere Experten sehen 100 Kilometer über der Erde als Grenze zum Weltraum an, es gibt jedoch keine verbindliche internationale Regelung. Als Astronaut sehe er sich nicht, schrieb Shatner bei Twitter. „Ich muss nur sitzen und schauen – denke ich zumindest. Also eher eine Art Weltall-Anschauer.“ „Es ist nie zu spät, neue Dinge zu erleben“, schrieb der 90-Jährige bei Twitter. Ganz besonders freue er sich darauf, „die Weite des Weltraums und das außerordentliche Wunder unserer Erde“ zu sehen.

Artikel 7 von 9