Prozess nach Brückeneinsturz

von Redaktion

Genua – Mehr als drei Jahre nach dem Brückeneinsturz von Genua mit 43 Toten stehen die möglichen Verantwortlichen erstmals vor Gericht. Am Freitag fand in der italienischen Hafenstadt die erste Vorverhandlung statt. 59 Personen und zwei Firmen sind angeklagt – unter anderem wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung, Verstoßes gegen die Sicherheit im Straßenverkehr, Falschaussage und Unterlassung von Amtshandlungen. In diesem umfangreichen Fall hat das Gericht bis Ende Dezember jeweils drei Anhörungstage pro Woche anberaumt.

Am 14. August 2018 war während eines Unwetters einer der drei Pylone des Polcevera-Viadukts, bekannt auch als Morandi-Brücke, eingestürzt und hatte ein Teilstück der Fahrbahn mit in die Tiefe gerissen. 43 Menschen starben. Die Autobahnbrücke war ein wichtiger Abschnitt der A10 von Norditalien zur französischen Grenze. Den beschuldigten Managern und Ingenieuren wird unter anderem vorgeworfen, Mängel an dem Bauwerk und Warnsignale ignoriert zu haben. Anfang August 2020 wurde ein Neubau mit dem Namen San-Giorgio-Brücke eingeweiht.

300 Nebenkläger, darunter die Angehörigen der Opfer und die Stadt Genua, die Region Ligurien und Ministerien, wollen in den Prozess eintreten. In den nächsten Wochen muss die Vorermittlungsrichterin Paola Faggioni entscheiden, wer zugelassen wird. Einige Hinterbliebene haben sich etwa mit der Autobahngesellschaft bereits außergerichtlich auf die Zahlung einer Entschädigung geeinigt.

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