„Cringe“ ist „Jugendwort des Jahres“ 2021

von Redaktion

Stuttgart – „Niveaulimbo“, „Smombie“, „tinderjährig“ – so manches Jugendwort der vergangenen Jahre war eher zum Genieren. Seit 2020 dürfen die Jugendlichen selbst ein Wörtchen mitreden. Die Begriffe sind seither zwar weniger peinlich, das Fremdschämen bleibt aber trotzdem: „Cringe“ wurde am Montag vom Langenscheidt-Verlag in Stuttgart zum Jugendwort des Jahres 2021 gekürt.

Wörtlich übersetzt aus dem Englischen heißt „to cringe“ „sich ducken“ oder „zusammenzucken“. In der Jugendsprache wird der Begriff eher für peinliche Situationen oder ein Gefühl von Fremdscham benutzt. „Mit ,cringe‘ ist es möglich geworden, auf peinliche Dinge vorsichtig und etwas abgemildert hinzuweisen“, meint der 21-jährige Dario Schramm von der Bundesschülerkonferenz (BSK).

Die Sprachwissenschaftlerin Annette Klosa-Kückelhaus vom Leibniz-Institut für Deutsche Sprache wundert sich nicht, dass „cringe“ sich durchgesetzt hat. Schon vergangenes Jahr schaffte es der Begriff unter die Top drei Jugendwörter. „Noch handelt es sich um einen Ausdruck der Jugendsprache, aber das könnte sich bald ändern“, sagte die Sprachexpertin. Dann könnte es sogar ins Wörterbuch und die deutsche Sprache aufgenommen werden, wie es bei dem Wort „cool“ passiert sei.

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