Santa Fe – Drei Tage nach dem Tod von Chef-Kamerafrau Halyna Hutchins durch eine versehentlich ausgelöste Requisitenwaffe an einem Western-Set in New Mexico hat die Polizei Details aus zwei Untersuchungsberichten veröffentlicht. Demnach hatte ein Regieassistent Schauspieler Alec Baldwin bei der Übergabe der Pistole versichert, dass es sich um eine „kalte Waffe“ ohne Munition handele. Der Assistent habe nicht gewusst, dass eine Patrone in der Waffe steckte, heißt es in dem Bericht weiter.
Am Mittwoch will die Polizei bei einer Pressekonferenz über die Ermittlungen informieren, nannte aber noch keine Uhrzeit.
Der Regieassistent, der Baldwin die Waffe gab, habe bereits bei einer früheren Produktion Sicherheitsstandards verletzt, hatte am Sonntag eine Technikerin für Spezialeffekte und Pyrotechnik dem Sender NBC gesagt. Sie hatte mit dem Assistenten demnach 2019 für die Reihe „Into the Dark“ beim Streaminganbieter Hulu gearbeitet. US-Medien berichteten zudem über Kritik an der 24 Jahre alten Waffenmeisterin, die für die ordnungsgemäße Handhabung aller Waffen am Set zuständig war. „Rust“ war erst der zweite Film, an dem sie in dieser Funktion beteiligt war. Die Produktionsfirma wies die Vorwürfe zurück. Es seien keine offiziellen Beschwerden über die Sicherheit von Waffen oder Requisiten am Set bekannt gewesen, zitierte die „New York Times“.
Alec Baldwin soll unterdessen beschlossen haben, sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. Ein Insider sagte gegenüber dem „People“-Magazin: „Er hat alle seine aktuellen und anstehenden Projekte gestrichen. Er braucht Zeit allein, um sich wieder zu zentrieren. So hat er es vorher in schwierigen Zeiten auch immer gemacht.“ Einer der schwersten Momente war für Baldwin, Hutchins Ehemann Matt und ihrem kleinen Sohn Andros (9) entgegenzutreten. Die drei trafen am Samstagmorgen im La Posada Hotel in Santa Fe zusammen zu einem gemeinsamen Frühstück. dpa/ds