Novemberhimmel: Sternschnuppenstrom leuchtet auf

von Redaktion

Stuttgart – In der nun früh einsetzenden Abenddämmerung leuchtet als erstes Gestirn knapp über dem Südwesthorizont die strahlende Venus auf. Während des Monats November nimmt der Abendstern deutlich an Helligkeit zu. Venus ist zwar kein Stern, sondern der innere Nachbarplanet der Erde. Aber die Bezeichnung Abend- und Morgenstern hat sich längst eingebürgert.

Zwei weitere helle Planeten schmücken den Abendhimmel, der Riesenplanet Jupiter und der Ringplanet Saturn. Nach dem baldigen Untergang der Venus gegen sieben Uhr abends beherrscht Jupiter mit seinem Glanz unübersehbar die erste Nachthälfte. Ende November geht der Riesenplanet schon um halb elf Uhr abends unter. Reizvoll ist es, mit einem Fernglas die vier hellen Jupitermonde zu verfolgen, wie sie jeden Abend in einer anderen Konstellation auftreten. Deutlich lichtschwächer erscheint Saturn, der nicht nur etwas kleiner als der Riesenplanet ist, sondern auch fast doppelt so weit von der Sonne entfernt ist. Am 1. geht Saturn um 22.40 Uhr unter, Ende des Monats schon kurz vor neun Uhr abends. Beide Planeten halten sich zurzeit im Sternbild Steinbock auf.

In der zweiten Novemberhälfte tauchen die Sternschnuppen des Leonidenstromes auf. Die Meteore scheinen aus dem Sternbild Löwe zu strömen, ein rein perspektivischer Effekt. In der Nacht von 17. auf den 18. sind rund 15 Leoniden pro Stunde zu erwarten. Die günstigste Zeit für eine Beobachtung liegt in der zweiten Nachthälfte. Schon in den Morgenstunden des 17. flammen verstärkt Meteoren dieses Stromes auf. Es handelt sich um schnelle Objekte mit Eindringgeschwindigkeiten in die Lufthülle der Erde um die siebzig Kilometer pro Sekunde, das sind 252 000 Kilometer pro Stunde. Die Leoniden sind Bruchstücke des Kometen 55P/Tempel-Tuttle. In manchen Jahren lieferte der Leonidenstrom besonders viele Meteore. Nur alle 33 Jahre kollidiert die Erde mit dem Zentrum der Leoniden-Trümmerwolke.

Die Kassiopeia, das berühmte Himmels-W, steht hoch über unseren Köpfen zur abendlichen Beobachtungsstunde gegen 22 Uhr. Hoch im Süden sind die typischen Herbststernbilder wie das Pegasus-Quadrat, die Andromeda, das unscheinbare Bild der Fische und der Widder zu sehen. Im Nordosten erkennt man den Perseus. Im Osten kündigt sich der Winter durch eine Reihe heller Sterne an: Kapella im Fuhrmann, Aldebaran im Stier, Beteigeuze und Rigel im Orion, Kastor und Pollux in den Zwillingen. Ebenfalls fast im Zenit wie die Kassiopeia nimmt der Kepheus seinen Platz ein. Nur lichtschwache Sterne markieren ihn. König Kepheus ist der Gemahl der eitlen Königin Kassiopeia. Im Kepheus steht der berühmte Stern Delta Cepheï. Er ist der Prototyp der Klasse der Cepheïden-Sterne, die ihre Helligkeit periodisch durch Pulsieren ändern. Die Tageslänge verkürzt sich in 50 Grad Nord um eine Stunde und zwanzig Minuten, die Mittagshöhe der Sonne nimmt um sieben Grad ab. HANS-ULLRICH KELLER

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