Mit Absicht in Schülergruppe gerast

von Redaktion

Ein Mädchen tot, zwei Kinder verletzt: Mord-Ermittlungen – Fahrer in Psychiatrie

VON STEFAN FORBERT

Witzenhausen-Gertenbach –

Wende im Fall des schweren Unfalls am Freitagmorgen in Witzenhausen-Gertenbach im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis, bei dem ein achtjähriges Mädchen getötet und zwei sieben und acht Jahre alte Schulkinder schwer verletzt wurden: Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen den 30 Jahre alten Unfallfahrer wegen Mordes aus Heimtücke und gefährlicher Körperverletzung, weil er absichtlich in die Gruppe der fünf, sechs Grundschüler gefahren sein soll. Ursprünglich war die Polizei von einem Unfall ausgegangen, zur Ursache gab es noch keine Erkenntnisse. Der 30-Jährige, der in dem Witzenhäuser Ortsteil wohnhaft sein soll, wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft von einer Ermittlungsrichterin am Amtsgericht Eschwege vorläufig in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung untergebracht.

Anlass für den schwerwiegenden Verdacht sind Angaben eines Zeugen, der sich zwischenzeitlich bei der Polizei gemeldet hat. Sie lassen das schreckliche Geschehen in einem völlig anderen Licht erscheinen, heißt es in einer am Montagnachmittag herausgegebenen gemeinsamen Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizeidirektion Werra-Meißner. Während das Tatfahrzeug von der Straße abkam, befand sich der Zeuge laut Polizei unweit der späteren Kollisionsstelle und konnte insoweit Beobachtungen zum Verhalten des 30-Jährigen machen. Diesen Aussagen zufolge machte der Fahrer des Kleinwagens eine aktive Lenkbewegung in Richtung der auf dem Gehweg in Höhe der Kindertagesstätte laufenden Grundschüler. Dies decke sich auch mit der vorläufigen Bewertung des Unfallgeschehens durch den Sachverständigen. Folglich habe der Verdächtige den Tod eines Kindes und die Verletzung mehrerer Kinder vorsätzlich herbeigeführt, teilten Staatsanwalt und Polizei weiter mit.

Der Unfallfahrer war am Freitag zunächst im Eschweger Krankenhaus medizinisch behandelt worden. Dabei wurde auch eine Blutprobe entnommen. Das Ergebnis, ob Drogen oder Alkohol festgestellt wurden, soll erst in einigen Tagen vorliegen. Aufgrund einer psychischen Erkrankung war der 30-Jährige daraufhin allerdings schon in der Psychiatrie untergebracht worden, jedoch noch nicht in der geschlossenen Abteilung. Nun fand die Kripo Anhaltspunkte dafür, dass der Mann an einer „beträchtlichen psychiatrischen Erkrankung“ leide und diese ursächlich für den Tatentschluss gewesen sein könnte. Hinweise für einen extremistischen beziehungsweise terroristischen Hintergrund lägen dagegen nicht vor.

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