„Es war die Hölle“

von Redaktion

Acht Tote nach Massenpanik bei Festival in Texas – Konzert lief zunächst weiter

Houston – 50 000 Menschen drängten unter freiem Himmel vor einer Open-Air-Bühne, um HipHop-Superstar Travis Scott zu hören. Es war das dritte „Astroworld“-Festival im texanischen Houston, das der 29-jährige Rapper als zweitägigen Event mit Starbesetzung organisiert hatte. Doch der Auftritt des schillernden Künstlers endet Freitagnacht tragisch, als in der dichtgedrängten Menge eine Massenpanik ausbricht.

„Es war die Hölle“, sagte der 17-jährige Nick Johnson der „New York Times“. Alle hätten sich plötzlich von hinten zur Bühne gedrängt. „Der Druck war so stark, dass ich nicht mehr atmen konnte“, beschrieb Emily Munguia dem Sender CNN das Chaos. Sie habe um Hilfe geschrien. Sie dachte, sie würde sterben, sagte die 22-jährige Konzertbesucherin.

Für acht Menschen, darunter zwei Teenager, kommt jede Hilfe zu spät. Die beiden jüngsten Opfer waren 14 Jahre und 16 Jahre alt, weitere fünf 21 bis 27 Jahre, gab der Bürgermeister von Houston, Sylvester Turner, am Samstagnachmittag bekannt. Das Alter des achten Todesopfers war zu dem Zeitpunkt noch nicht bekannt. 25 Menschen wurden in Krankenhäuser gebracht, darunter ein 10 Jahre altes Kind, sagte Feuerwehrchef Samuel Peña. Hunderte suchten ein Feldhospital am Festivalgelände auf. Es gebe viele offene Fragen, wie es zu dem Unglück kommen konnte, betont Turner.

Um ihn herum seien Leute zusammengebrochen, sagte Konzertbesucher Billy Nasser dem Sender CNN. „Menschen wurden zu Boden getrampelt“, es war eine „Todesfalle“. Währenddessen sei das Konzert weitergegangen. Augenzeugen stellten schockierende Videos ins Netz. Ein Clip im Internet zeigt ein Mädchen, das hilfesuchend auf eine Plattform für Kameraleute klettert und verzweifelt schreit, dass vor der Bühne Menschen sterben würden. Mehrmals unterbricht Travis Scott das Konzert, auch kurz, als ein Krankenwagen auf dem Gelände eintrifft und der Rapper Sicherheitskräfte um Hilfe bittet. Das ist auf Videomitschnitten von Konzertbesuchern zu sehen. Doch erst kurz nach 22 Uhr, gut eine halbe Stunde nach den ersten Zusammenbrüchen vor der Bühne, wird die Show abgebrochen.

Scott äußerte sich später auf Twitter zu dem Unglück. „In bin völlig am Boden zerstört, von dem was letzte Nacht passiert ist“, schrieb der Rapper. Er werde für die Betroffenen und deren Angehörige beten. Die Polizei in Houston habe seine volle Unterstützung, den „tragischen Verlust von Leben“ aufzuklären.

Die Polizei sagte, dass es eine gründliche Untersuchung geben werde. „Innerhalb weniger Minuten gingen mehrere Menschen zu Boden und erlitten eine Art Herzstillstand“, erklärten die Ermittler. In den sozialen Medien verbreiteten sich Berichte über angeblich unzulängliche Sicherheitsvorkehrungen und Nothelfer, die der Lage nicht gewachsen waren. Auch gab es laut „TMZ.com“ Augenzeugenberichte, dass jemand in der Menge Menschen ein Mittel eingespritzt habe. Polizei-Chef Troy Finner sagte dazu, dass einer der Sicherheitskräfte einen Stich im Nacken gefühlt habe und ohnmächtig geworden sei. Sanitäter hätten ihn mit einem Notfallmedikament für eine Opiatüberdosierung wiederbeleben können.

Bei dem zweitägigen Festival sollten laut Veranstalter auch Künstler wie Earth, Wind & Fire, SZA und Bad Bunny auftreten. Die für Samstag geplanten Konzerte wurden abgesagt – rund um das Gelände legten Trauernde Blumen nieder und beteten.

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