Verkehrte Welt: Während es auf Bayerns Wiesen, Feldern und in den Wäldern immer stiller wird, hat es jüngst im Kofferraum eines Autos an der Grenze bei Ruhstorf (Lk. Passau) lauthals gepiept: Gleich 248 singfreudige Finken – einige der Vögel waren verletzt – blickten den Polizisten entgegen. Der dreiste Tierschmuggler erhielt Anzeigen wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz und das Binnenmarkt-Tierseuchengesetz. Im Dunkeln blieb aber, was der 25-Jährige tatsächlich mit den Finken vorhatte. Als „naheliegend“ bezeichnet Nabu-Vogelschützer Eric Neuling einen Tierschmuggel, bei dem wild gefangene Vögel mit gezüchteten gekreuzt werden sollten. „Es gibt Liebhaber, die Finken züchten, um sie gegeneinander antreten zu lassen. Wer am schönsten singt, bekommt einen Preis.“ Wie auch Menschen haben Vögel regionale Dialekte. Werden wild lebende Vögel aus anderen Regionen eingezüchtet, erweitert sich das Gesangsrepertoire. Ein illegales wie auch profitables Geschäft. Besonders „gute“ Vögel können bis zu 300 Euro bringen. Kein Wunder, dass es auch an der polnischen Grenze immer wieder vorkommt, dass Vans mit ausgehöhlten Rückbänken oder Reserverädern vorfahren, in denen Gimpel oder Zeisige stecken. Das Ganze ähnele dem Drogenhandel.