New York – Die Zeiten, in denen Ghislaine Maxwell im Kreise prominenter Freunde ein luxuriöses Jetset-Leben genoss, sind lange vorbei. Seit eineinhalb Jahren sitzt die langjährige Vertraute des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein in Brooklyn in Untersuchungshaft. Heute beginnt in New York der Prozess gegen die 59-Jährige, die systematisch junge Mädchen für Epsteins Missbrauchs-Orgien rekrutiert haben soll.
Vier Mal hatten Maxwells Anwälte im Vorfeld beantragt, ihre Mandantin aus der Untersuchungshaft zu entlassen. Vier Mal lehnte Richterin Alison Nathan wegen Fluchtgefahr ab – was bereits als Indiz für das Klima vor Gericht gewertet wird.
Im Falle eines Schuldspruchs könnte Ghislaine Maxwell bis zum Ende ihres Lebens hinter Gittern sitzen. Die Tochter des verstorbenen britischen Medienmoguls Robert Maxwell soll lange Zeit Epsteins wichtigste Komplizin gewesen und dabei höchst perfide vorgegangen sein. Laut Anklage freundete sie sich mit jungen Mädchen an, die jüngste erst 14 Jahre alt, ging mit ihnen ins Kino oder einkaufen und lieferte sie dann an den reichen Finanzinvestor Epstein aus. Maxwell soll die Teenagerinnen überredet haben, in Epsteins Anwesen in New York, Florida und New Mexico zu kommen und dem Multimillionär dort nackt Massagen zu geben, bevor sie missbraucht wurden.
Auch in Maxwells eigenem Haus in London soll es zu sexuellem Missbrauch gekommen sein. Maxwells Anwesenheit soll laut Anklage auch dazu gedient haben, die Mädchen zu beruhigen. Die Angeklagte bestreitet alle Vorwürfe. Die 59-Jährige werde alles tun, um ihren Namen reinzuwaschen, berichtete die Daily Mail gestern. Ein vertrauter Maxwells wird in der Online-Ausgabe mit den Worten zitiert: „Ghislaine ist absolut bereit, in den Zeugenstand zu treten. Sie ist bereit, alles zu tun, was nötig ist, um ihr eigenes Leben zu retten.“
Was die Angeklagte im Zeugenstand zu erzählen hat? Diese Frage dürfte einigen Prominenten Kopfzerbrechen bereiten. Schließlich war Ghislaine Maxwell über Jahre eine feste Größe in Manhattens Party-Szene. Sie verkehrte ebenso wie Epstein – er starb vor zwei Jahren in seiner Gefängniszelle – mit Prominenz wie der Familie des früheren Präsidenten Bill Clinton, dem Immobilienunternehmer und späteren Präsidenten Donald Trump und dem britischen Prinzen Andrew, dem in dem Zusammenhang ebenfalls Missbrauch vorgeworfen wird.
Im Prozess gegen Ghislaine Maxwell stützen sich die Ankläger auf vier Schlüssel-Zeuginnen. Das Verfahren könnte laut Experten bis in den Januar reichen. sas