Razzien nach Millionen-Bankeinbruch

von Redaktion

Berlin/Norderstedt – Der millionenschwere Einbruch in eine Sparkasse im schleswig-holsteinischen Norderstedt hat im Sommer bundesweit Schlagzeilen gemacht. Vier Monate später könnten die Ermittler der Aufklärung deutlich näher gekommen sein. Gestern ging die Polizei mit einer Razzia in Berlin gegen Verdächtige vor. Mehrere Wohnungen wurden am Morgen von Spezialeinsatzkommandos (SEK) und der Kripo durchsucht, ob es Festnahmen gab, konnte eine Sprecherin am Mittag noch nicht sagen. Am Mittwoch war in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ über den spektakulären Einbruch berichtet worden. Anschließend gingen nach Polizeiangaben mehr als 50 Hinweise ein. Ob ein Zusammenhang zwischen den neuen Hinweisen und dem Einsatz in Berlin besteht, war zunächst nicht klar.

Einem Bericht der „Bild“-Zeitung zufolge richtete sich die Razzia gegen Mitglieder eines bekannten arabischstämmigen Clans. Aus diesem Kreis stammten auch die Diebe der Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum und die Verdächtigen vom Diamanten-Diebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden. Durchsucht worden sein soll demnach auch ein Juweliergeschäft in Berlin-Charlottenburg.

Der Einbruch in die Hamburger Sparkasse in der rund 80 000 Einwohner zählenden Stadt nördlich von Hamburg im August war aufwendig geplant. Die Täter hatten im Mai unter einem falschen Namen eine Wohnung über dem Tresorraum gemietet. Kaution und Miete wurden bar bezahlt. Von dort bohrten sie sich durch den Betonboden in den Raum mit den Schließfächern. Nachbarn in dem Haus mit zahlreichen Wohnungen und Geschäften hatten der Polizei berichtet, sie hätten über mehrere Tage Lärm wahrgenommen, diesen aber für normalen Baulärm gehalten. Nachdem die Diebe in den Tresorraum gelangt waren, brachen sie mehr als 600 Schließfächer auf. Die dabei gemachte Beute wird auf elf Millionen Euro geschätzt.

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