Los Angeles – Im vergangenen Sommer war Linda Evangelista mit ihrem Schicksal an die Öffentlichkeit gegangen. Sie habe vor rund fünf Jahren eine Prozedur durchführen lassen, die die Zahl der Fettzellen in ihrem Körper reduzieren solle, schrieb die Kanadierin auf Instagram. Stattdessen sei aber das Gegenteil passiert und sie sei trotz zweier Korrektur-Operationen „dauerhaft deformiert“ und „nicht wiedererkennbar“. Deswegen sei sie in tiefe Depressionen verfallen und zur „Einsiedlerin“geworden, schrieb Evangelista weiter. Jetzt ist sie einen Schritt weiter gegangen und zeigt sich erstmals öffentlich in einer exklusiven Fotostrecke im amerikanischen „People“-Magazin.
Im Gespräch mit der Zeitschrift schildert die 56-Jährige detailliert ihren physischen wie psychischen Leidensweg. Und, dass sie sich zurück ins Leben kämpfen will: „Ich kann so nicht mehr leben, im Verborgenen und in Scham. Ich kann nicht mehr mit diesem Schmerz leben“, so Linda Evangelista. „Ich bin bereit, endlich darüber zu sprechen.“ „Ich habe versucht, es selbst wieder zu richten“, erinnert sich das Supermodel zurück. „Ich dachte, ich hätte etwas falsch gemacht. Ich erreichte einen Punkt, an dem ich gar nichts mehr gegessen habe. Ich dachte, dass ich meinen Verstand verliere.“ Erst 2016 habe sie sich zu einem Arzt getraut, der ihr schließlich die Diagnose Paradoxe Adipöse Hyperplasie stellte.
Auf 50 Millionen US-Dollar habe sie im vergangenen Jahr den Mutterkonzern des Unternehmens verklagt, bei dem sie den Eingriff vornehmen ließ.
In der Klage heißt es, dass Evangelista von August 2015 bis Februar 2016 sieben Behandlungen hatte, um Fettzellen in Bauch, Rücken und Brust, an den Innenseiten der Oberschenkel und Kinn abzubauen. Innerhalb weniger Monate entwickelte sie „harte, pralle, schmerzhafte Massen unter ihrer Haut in diesen Bereichen“. Die Paradoxe Adipöse Hyperplasie kommt nur bei 0,005 Prozent der Behandlungen vor. Gegenüber „People“ sagte sie weiter, dass sie bis heute Kompressionswäsche tragen muss und nicht mehr als Model arbeiten kann: „Ich habe es geliebt, auf dem Laufsteg zu sein. Jetzt graut es mir davor, Menschen zu treffen, die mich kennen.“ Sie selbst schaue nicht mehr in den Spiegel. „Das sieht nicht mehr nach mir aus.“ Nichtsdestotrotz will sie mit ihrer nun öffentlichen Geschichte „anderen Menschen helfen, die sich in derselben Situation wie ich befinden. Das ist mein Ziel.“ cjm