„Die Mode ist immer auch politisch“

von Redaktion

Berlin – Bevor die Gäste ihre Handys rausholen, beginnt die diesjährige Modewoche in Berlin mit einer Schweigeminute für die Ukraine. Zum Auftakt der großen Laufstegschauen zeigte die finnische Designerin Sofia Ilmonen ihre Kreationen. Und setzte mit ihrer Entscheidung, ihre luftig-leichten Entwürfe in lichten Farben auch von einem älteren Model präsentieren zu lassen, ein Zeichen gegen den Jugendwahn in der Mode. Nicht das einzige politische Statement des Abends, der unter dem Eindruck des russischen Angriffskriegs in der Ukraine stand.

„Wir alle haben Diskussionen darüber geführt: Wie geht man damit um?“, hatte Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) in ihrer Eröffnungsrede gesagt. Könne man die Modewoche stattfinden lassen, auch wenn alle erschüttert und entsetzt seien, wenn alle dabei seien zu helfen, wo sie könnten? „Und ich sage Ihnen: Ja, man kann. Und man kann es jetzt erst recht.“ Mit der Fashion Week setzten sie ein Zeichen für Kunst, Kultur, Kreativität und Freiheit, sagte Giffey. Sie könnten alle miteinander auch ein Zeichen der Solidarität und des Mitgefühls, der Zusammenarbeit, Hilfe und Freiheit auch an die Ukraine senden. Geplant ist nun beispielsweise eine stille Auktion, um Spenden für die Caritas zu sammeln.

Seit Längerem war bereits eine Show des ukrainischen Designers Jean Gritsfeldt geplant. Weil er nun nicht nach Berlin kommen und auch die Kollektion nicht geliefert werden kann, haben etliche Helfende in Berlin begonnen, seine Designs nachzuschneidern. „Mode ist immer auch politisch“, stellte Giffey fest. Das sei sie auch früher gewesen. „Denken Sie an die Jakobinermütze, die für Freiheit und Unabhängigkeit stand. Oder an die lila Farben der Frauenbewegung. Und deswegen ist auch diese Fashion Week politisch. Sie ist ein Zeichen des Zusammenhalts.“

Artikel 6 von 11