Moskau – Wladimir Putin lässt weiter Bomben auf die Ukraine regnen – und was machen seine Oligarchen-Freunde? Sie versuchen, ihre Milliarden vor den Sanktionen in Sicherheit zu bringen. So wie Roman Abramowitsch, der schwerreiche Besitzer des Fußballclubs FC Chelsea. Der 55-Jährige scheint sich aus seiner Wahlheimat London über Tel Aviv nach Moskau abgesetzt zu haben. Das ist möglich, da er auch die israelische Staatsbürgerschaft besitzt und sich Israel noch nicht an den Sanktionen gegen Russland beteiligt. Aber was ist ein russischer Oligarch schon ohne seine Jachten und Privatjets im Wert von mehreren hundert Millionen Euro?
Deshalb versucht Abramowitsch nun verzweifelt, seine beiden Mega-Jachten Eclipse und Solaris in internationale Gewässer zu verfrachten, wo sie nicht gepfändet werden können. Beide zusammen haben ihn rund 1,2 Milliarden Euro gekostet.
Die Eclipse hat Kurs von der Karibikinsel St. Maarten (Teil der EU!) Richtung Osten genommen, Ziel dürfte das Mittelmeer sein. Und die Solaris, die bisher in den Gewässern Montenegros lag, schippert Richtung Türkei. Und sein Privatjet der Marke LXRay-Jet pendelt laut Flugüberwachung zwischen Moskau, Istanbul und Tel Aviv.
Ob und wie Abramowitsch an seine gut 14,3 Milliarden Euro Bargeld und Vermögen kommt, ist noch unklar. Als der Oligarch jetzt in Tel Aviv erstmals seit der Verhängung der Sanktionen fotografiert wurde, sah er grau und müde aus. Israel hat angekündigt, seinesgleichen nicht länger zu schützen. Abramowitsch suchte also das Weite. Und brachte auch seinen zweiten Jet – eine Boeing 767 – außer Reichweite der EU.
Die Möglichkeit einer Rückkehr wird er so schnell nicht haben: Gestern Abend wurde in der BBC eine Doku ausgestrahlt, die ihn als „Putins Geldmann“ entlarvt. Die Macher der Sendung wollen neue Beweise für angebliche korrupte Geschäfte gefunden haben, die zu seinem gigantischen Vermögen geführt hätten. Ob die allerdings in Russland goutiert werden? Ein Experte behauptet, Abramowitsch habe den russischen Steuerzahlern „Milliarden gestohlen“, als er in den 1990er-Jahre den staatlichen Mineralölkonzern Sibneft für einige hundert Millionen kaufte und Jahre später für 13 Milliarden an Russland zurück verkaufte. Abramowitsch soll einen persönlichen Draht zum Kreml-Chef haben. Sein Geld schmiert nicht nur die Kriegsmaschinerie Russlands, er ist auch Boss eines Stahlkonzerns. Laut „Bild“ traf sich Abramowitsch mit Ex-Kanzler Gerhard Schröder, als der in Moskau war. In der Kremlin-Lux-Suite im Kempinski habe der Gas-Lobbyist mit dem Oligarchen verhandelt – und in der Ukraine ging der Krieg ihres Freundes Putin weiter.