Bilbao – Furcht und Unsicherheit machen sich dieser Tage in Bilbao im Norden Spaniens breit. In der baskischen Metropole, die mit ihren hippen Pintxo-Bars, ihrer Spitzengastronomie und einem eindrucksvollen Ableger des New Yorker Guggenheim-Museums Touristen aus aller Welt anlockt, ist nach Überzeugung der Polizei ein Serienmörder unterwegs. Einer, der es auf Schwule abgesehen hat, seine Opfer per Dating-App kontaktiert und bereits mindestens vier Männer getötet haben soll.
Als dringend Verdächtiger werde ein junger Mann im Alter von etwa 20 bis 30 Jahren gesucht, berichteten spanische Medien unter Berufung auf die Behörden. Der mutmaßliche Täter sei von einem Opfer beschrieben worden, das im Dezember entkommen sei, hieß es. Es werde unter anderem ermittelt, ob es in anderen spanischen Regionen ähnliche Verbrechen gegeben habe, die eventuell auch auf das Konto des Mannes gehen könnten. Indizien dafür gebe es in Madrid und Valencia. Die baskische Polizei bestätigte entsprechende Medienberichte.
Der Gesuchte wird des Mordes in mindestens vier Fällen verdächtigt. Es wird derweil nicht ausgeschlossen, dass er mindestens vier weitere Menschenleben auf dem Gewissen hat. Alle Morde, bei denen zunächst teils kein Fremdverschulden vermutet worden war, haben den Berichten zufolge mehr als einen gemeinsamen Nenner: Die Opfer haben über die bei Schwulen beliebte Dating-App Grindr den mutmaßlichen Serienmörder kontaktiert und ihn zu sich nach Hause eingeladen. Dort wurden sie mit Drogen zu Tode betäubt. Dann wurden ihre Bankkonten geplündert. Alle Morde in Bilbao sollen sich in einem bestimmten Viertel im Zentrum ereignet haben.
Die Morde, die bisher dem Unbekannten zugeschrieben werden, wurden im vergangenen Jahr begangen, und zwar im September und Oktober. Der TV-Sender „La Sexta“ berichtet unter Berufung auf Ermittlerkreise, nun könne der Alptraum bald vorbei sein. Die Behörden hätten den Verdächtigen identifiziert und würden fieberhaft nach ihm suchen. Es handele sich um einen Südamerikaner, der bei seiner letzten Attacke überstürzt geflohen sei, als das Opfer sich gewehrt habe. Dabei habe er einen Rucksack mit flüssigem Ecstasy und persönlichen Objekten zurückgelassen.