Hitzewelle in Indien und Pakistan: Ist das die neue Normalität?

von Redaktion

Neu Delhi/Islamabad – Seit zwei Monaten leiden die Menschen in Indien und Pakistan unter einer beispiellosen Hitzewelle mit Temperaturen von über 40 Grad. Mehr als eine Milliarde Menschen sind betroffen. Abgesehen von gesundheitlichen Beschwerden sind auch schwerwiegende wirtschaftliche Folgen zu erwarten.

„Diese Hitzewelle könnte tausende Menschen töten“, warnt Robert Rohde vom US-Klimaanalyseinstitut Berkeley Earth mit Blick auf die hohen Temperaturen seit März. Es wird noch etwas Zeit vergehen, bis die genaue Zahl der Opfer, insbesondere unter alten sowie armen Menschen, feststeht. Nach Angaben der indischen Regierung hat die Sterblichkeit durch Hitze in Indien seit 1980 um mehr als 60 Prozent zugenommen. Zuletzt gab es 2015 und 2019 Hitzewellen mit vielen Todesopfern.

Aus Sicht von Klimaforschern sind die zunehmenden Hitzewellen in Südasien eine Katastrophe mit Ansage. Laut einer jetzt im Fachblatt „Science“ veröffentlichten Studie zu Hitzewellen seit 1960 ist es den Autoren zufolge wahrscheinlich, dass Indien in absehbarer Zeit eine Rekord-Hitzwelle mit Temperaturen von mehr als 50 Grad erleben wird.

„Mich überrascht, dass die meisten Leute schockiert sind, obwohl wir sie seit langem gewarnt haben, dass sich solche Katastrophen anbahnen“, sagt der Biologe Camilo Mora von der University of Hawaii. In einer viel beachteten Studie aus dem Jahr 2017 hatten Mora und sein Team prognostiziert, dass bis zum Ende dieses Jahrhunderts fast die Hälfte der Erdbevölkerung mindestens 20 Tage jährlich einer „tödlichen Hitze“ ausgesetzt sein wird.

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