Nach Urteil: Heard beklagt Hetze in den sozialen Netzwerken

von Redaktion

New York – Das Urteil im Verleumdungsprozess zwischen Hollywoodstar Johnny Depp (58) und seiner Ex-Frau Amber Heard (36) ist längst gesprochen. Für Aufregung sorgt es jedoch noch immer. Nach ihrer Niederlage vor Gericht hat sich die Schauspielerin jetzt erstmals in einem Interview öffentlich zu Wort gemeldet und die aus ihrer Sicht massive Stimmungsmache gegen ihre Person in den sozialen Netzwerken beklagt.

„All dieser Hass und die Schärfe“ seien nicht „fair“ gewesen, sagte Heard in einem jetzt in Auszügen veröffentlichten Interview mit dem US-Sender NBC. Die 36-Jährige betonte zugleich, sie nehme die Angriffe „nicht persönlich“. Heard war während des mehrwöchigen Prozesses Ziel scharfer Attacken von Nutzern von Online-Plattformen geworden. Dabei wurden unter anderem ihre Vorwürfe der häuslichen Gewalt gegen Depp in Zweifel gezogen.

Bei dem international beachteten Zivilprozess in Fairfax im US-Bundesstaat Virginia hatten sich die Geschworenen Anfang Juni weitgehend auf Depps Seite gestellt: Sie verurteilten Heard zur Zahlung von mehr als zehn Millionen Dollar Schadenersatz an den Star der „Fluch der Karibik“-Filme. Depp wurde im Gegenzug zu lediglich zwei Millionen Dollar Schadenersatz an Heard verurteilt. Die aus Filmen wie „Aquaman“ und „The Danish Girl“ bekannte Schauspielerin betonte jetzt in dem NBC-Interview, sie nehme den Geschworenen ihr Urteil nicht übel. „Ich mache ihnen keinen Vorwurf. Ich verstehe, dass er ein geliebter Charakter ist. Die Menschen haben das Gefühl, ihn zu kennen. Er ist ein fantastischer Schauspieler.“

Sie selbst sei während des Prozesses über dreieinhalb Wochen in Zeugenaussagen als „unglaubwürdige Person“ dargestellt worden, der „kein Wort“ geglaubt werden könne. Dass die Jury ihr trotz eines „Bergs an Beweisen“ größtenteils nicht geglaubt habe, breche ihr Herz. Zudem sehe sie das Urteil als einen Rückschritt für andere Frauen in ähnlicher Situation.

Depp hatte Heard, mit der er von 2015 bis 2017 verheiratet war, auf 50 Millionen Dollar Schadenersatz verklagt. Grund war ein Beitrag Heards für die „Washington Post“, in dem die Schauspielerin sich als Opfer häuslicher Gewalt bezeichnete. Sie hatte Depp damals nicht namentlich genannt. Er beklagte jedoch, dass der Bezug zu ihm mehr als offensichtlich sei.

Artikel 3 von 5